Stada-Unternehmenszentrale in Bad Vilbel
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Stada-Aktie steigt weiter Ist bei Stada noch mehr drin?

Stand: 25.08.2017, 08:38 Uhr

Die Stada-Übernahme ist eigentlich durch, der Preis steht. Trotzdem steigt die Stada-Aktie weiter. Anleger spekulieren ganz offensichtlich auf ein - höheres - Abfindungsangebot.

Stada: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
81,30
Differenz relativ
+0,25%

Am frühen Morgen steigt die Stada-Aktie nach den gestrigen drei Prozent Kursplus um weitere vier Prozent. Mittlerweile wechseln die Papiere zu Preisen von 83 Euro den Besitzer.

Auslöser ist, dass die Investoren Bain und Cinven mit Stada über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag verhandeln wollen. Für einen solchen Vertrag benötigen sie 75 Prozent der Stada-Aktien, es fehlen eigentlich noch elf Prozent.

Den außenstehenden Aktionären von Stada soll ein Angebot auf Erwerb ihrer Aktien gegen eine Barabfindung gemacht werden. Den streitbaren Paul Singer und seinem Hedgefonds Elliott sei bereits ein Abfindungsangebot unterbreitet worden, schreibt die Nachrichtenagentur Dow Jones. Doch Singer habe das Angebot abgelehnt.

Laut einer Stimmrechtsmitteilung kauft er sogar noch Stada-Aktien zu, er verfügt direkt und indirekt über den Zugriff auf 11,59 Prozent der Stimmrechte. Er dürfte also darauf spekulieren, einen höheren Preis aushandeln zu können.

Höhere Barabfindung

Wie dem stark gestiegenen Stada-Aktienkurs zu entnehmen ist, spekulieren auch andere Anleger darauf, dass die Barabfindung höher ausfällt als die bisherige Offerte von 66,25 Euro. Zu diesem Preis waren den Finanzinvestoren Bain und Cinven bereits knapp 64 Prozent der Stada-Aktien angedient worden.

Jetzt gibt es eine Nachfrist bis zum 1. September, in der auch die anderen Aktionäre ihre Aktien zum gleichen Preis noch andienen können. Doch angesichts des aktuellen Börsenkurses wird davon kein Aktionär Gebrauch machen.

Ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ist in der Regel eine lukrative Angelegenheit für die Aktionäre. Die Rendite ist meist ordentlich. Es wird eine jährliche "Garantie-Dividende" festgeschrieben. Das herrschende Unternehmen ist verpflichtet, wenn es 75 Prozent der Anteile am Übernehmer besitzt, diese Ausgleichszahlung an die Minderheitsaktionäre des beherrschten Unternehmens auszuschütten - völlig unabhängig vom Geschäftserfolg.

bs