Brennende US_Flagge

Nervosität an den Finanzmärkten Irans Raketenangriff treibt Goldpreis weiter an

Stand: 08.01.2020, 09:33 Uhr

Ein iranischer Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak schürt die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen neuen Krieg in der Golf-Region. Asiens und Europas Börsen rutschen wieder ab, Anleger flüchten in Gold.

Das gelbe Edelmetall zog am Mittwochmorgen zeitweise um 2,4 Prozent an und kletterte erstmals seit sieben Jahren wieder auf über 1.600 Dollar. In Euro gerechnet erreichte Gold sogar ein neues Rekordhoch. Die "Antikrisen-Währung" verteuerte sich auf 1.443 Euro je Feinunze. In den letzten vier Wochen hat der Goldpreis gut acht Prozent zugelegt.

Zeitweise größter Kurssprung bei Öl seit September

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Auch die Ölpreise machten kurzzeitig einen kräftigen Sprung nach oben. In der Nacht zum Mittwoch schossen sie um bis zu fünf Prozent in die Höhe. Das war der größte Kurssprung seit den Attacken auf saudi-arabische Ölförderanlagen im September Danach beruhigten sich die Anleger wieder. Am Morgen lag das Plus bei der Nordseesorte Brent noch bei rund einem Prozent.

Asiens Börsen sacken ab

Nikkei 225 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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An den Börsen zeigten sich die Anleger verunsichert. Am Markt sei die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Nahost-Krise bis hin zu einem neuen Krieg am Golf gewachsen, sagten Analysten. Der japanische Leitindex Nikkei sackte zwischenzeitlich unter die Marke von 23.000 Punkten ab, erholte sich dann wieder etwas. Er ging mit einem Minus von knapp 1,6 Prozent auf 23.204 Punkte aus dem Handel. In China ging es ebenfalls bergab. Die Börse in Shanghai sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gaben jeweils 1,2 Prozent nach.

Die Talfahrt schwächte sich etwas ab, nachdem US-Präsident Donald Trump in einem Tweet mitteilte: "Alles ist gut!", sowie "So weit, so gut!". Trump kündigte für Mittwochmorgen eine Erklärung an.

Dax gibt Vortagesgewinne wieder ab

Dax

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Der iranische Angriff auf US-Stellungen im Irak macht am Morgen auch die Dax-Anleger nervös. Der deutsche Leitindex fiel zur Eröffnung am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 13.132 Punkte. Einen ausgewachsenen Krieg befürchte derzeit aber niemand, sagten Börsianer. Daher sei die Kursreaktion vergleichsweise verhalten. Als Vergeltung für die gezielte Tötung eines führenden iranischen Generals durch das US-Militär vergangene Woche feuerte die Islamische Republik Raketen auf US-Stützpunkte im Irak ab. "Die Preisbewegungen an den Finanzmärkten nach dem Angriff vermitteln den Eindruck, dass die Märkte möglicherweise nicht mit einer umfassenden Konfrontation rechnen", sagte Marktbeobachter Jim Reid von der Deutschen Bank.

nb