IPOs

Corona krempelt Börsenpläne um IPOs 2020: Die nächste Flaute?

Stand: 20.05.2020, 14:56 Uhr

Nachdem das vergangene Jahr für Deutschland in Sachen IPOs nicht optimal verlief, lag die Hoffnung auf 2020. Doch auch dieses Jahr werden Börsengänge eher rar bleiben. Viele Unternehmen haben ihre Pläne schon verschoben.

Die Energie-Tochter von Siemens Vitesco, die Antriebssparte von Continental, der Energiekonzern Wintershall DEA oder Congatec: Alle wollen dieses Jahr an die Börse – oder wollten es zumindest. Denn die Krise macht vielen Unternehmen einen Strich durch die Rechnung.

Mit Thyssenkrupp Elevator, Siemens Energy und Wintershall DEA waren dieses Jahr deutsche IPOs in Milliardenhöhe geplant. Thyssenkrupp hat seine Aufzugsparte aber schon verkauft, Siemens hält wohl an seinem Vorhaben fest. Wie das Magazin "Capital" berichtet, regt sich aber dort Widerstand im Aufsichtsrat. Inwiefern die Börsengänge stattfinden, ist ungewiss.

Continental hat mit Vitesco den ersten möglichen Börsengang komplett abgesagt. Zuletzt sollte es nur ein reiner Spin-Off werden, aber selbst dieser ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Zu groß seien die Unsicherheiten durch die Krise. Und auch der Wissenschaftsverlag Springer Nature wird seinen IPO hinauszögern.

2019 wurde die Latte niedrig gelegt

Schon 2019 war ein schwaches Emissionsjahr. Aus deutscher Sicht sind nur zwei ganz große Börsengänge in Erinnerung geblieben: Traton und Teamviewer. Mit insgesamt nur vier Erstnotierungen und einem Emissionsvolumen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro war 2019 das schwächste Jahr für Börsengänge in Deutschland seit der Finanzkrise 2009. Die Hoffnung lag eigentlich auf diesem Jahr...

ms

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Die nächsten Börsenkandidaten IPO-Pipeline

Siemens-Zentrale in München

Siemens Energy
Der aus Siemens ausgegliederte Energietechnik-Konzern soll eigentlich in diesem Jahr an die Böse gebracht werden. Auch zuletzt zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. Demnach ist der IPO für September 2020 geplant. Laut dem Magazin "Capital" regte sich aber auch schon Widerstand an dem Vorhaben.

Siemens Energy verfügt über einen Auftragsbestand von 70 Milliarden Euro. 20 Prozent der weltweiten Energieversorgung basieren laut eigenen Angaben bereits auf der Siemens-Technologie.