Knorr-Bremse, Produktion in China
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Bewertung von 16 Milliarden angepeilt IPO: Knorr-Bremse geht im Herbst an die Börse

Stand: 17.09.2018, 08:05 Uhr

Es wird konkret: Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse peilt den Börsengang für das vierte Quartal im Prime Standard an der Frankfurter Börse an. Es könnte eines der größten IPOs in Deutschland in diesem Jahr werden.

Beim IPO sollen ausschließlich bestehende Aktien aus dem indirekten Besitz des Mehrheitsaktionärs Heinz Hermann Thiele und seiner Familie platziert werden, wie das Unternehmen mitteilte. Dem Unternehmen fließt jedoch kein Geld zu. Bei den zu platzierenden Aktien soll es sich um „einen bedeutenden Minderheitsanteil“ handeln. Nach dem Gang aufs Parkett werden den Angaben zufolge Thiele und seine Familie weiterhin die Mehrheit an Knorr-Bremse halten. Knorr-Bremse machte keine Angaben zu den finanziellen Details.

Mehr als sechs Milliarden Jahresumsatz

Das "Manager-Magazin" berichtete unter Berufung auf Insider, es könnten 25 bis 30 Prozent der Anteile verkauft werden. Insgesamt strebe Knorr-Bremse eine Bewertung von 16 Milliarden Euro an. Zusammen mit dem Börsengang der Siemens Medizintechnik, der im März 4,2 Milliarden Euro einbrachte, könnte die Erstnotiz von Knorr-Bremse damit einer der größten Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr werden.

Im vergangenen Jahr machte der Konzern 6,2 Milliarden Euro Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei gut 1,1 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft soll der Erlös mittelfristig in den kommenden drei bis vier Jahren um 4,5 bis 5,5 Prozent jährlich klettern.

Heinz-Hermann Thiele

Heinz-Hermann Thiele. | Bildquelle: Imago

Knorr-Bremse sieht sich als Profiteur der zunehmenden weltweiten Verstädterung und dem damit einhergehenden Bedarf für Personen- und Transportverkehrsinfrastruktur. Zusätzliches Wachstumspotenzial verspricht Vorstandschef Klaus Deller sich durch einen steigenden Anteil des Ersatzteilgeschäfts, das zuletzt bereits gut ein Drittel ausmachte.

ts/dpa-AFX