Unternehmenszentralen von Hyundai (l.) und Kia in Seoul, Südkorea

Milliardär Singer auf der Jagd Hyundai und Kia im Fadenkreuz

Stand: 04.04.2018, 08:31 Uhr

Wo er einsteigt, da horchen Anleger auf. Paul Singer macht Konzernen nämlich gehörig Dampf und schlägt dabei oft etwas zum Wohle der Aktionäre raus. Jetzt ist der Finanzinvestor und Managerschreck bei Hyundai und Kia eingestiegen.

Singers Hedgefonds Elliott schlug in ganz großem Stil zu. Er erwarb Aktien im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar (umgerechnet 812 Millionen Euro) unter anderem am Autobauer Hyundai und dem Schwesterunternehmen Kia.

Singer ließ bereits wissen, dass er sich in den anstehenden Umbau einmischen will. Man begrüße es zwar, dass der Autobauer erste Schritte zu einer besseren Konzernstruktur in Angriff genommen habe. Aber das Management solle mehr tun und einen detaillierten Fahrplan für eine bessere Führung und mehr Ausschüttungen an die Investoren bei den Unternehmen vorlegen. Der Hedgefonds will sich in Gesprächen mit dem Management auch direkt einbringen.

Undurchsichtiger Konzern

Aktionäre bemängeln schon seit längerem die fehlende Transparenz im Hyundai-Konzern. Zu dem undurchsichtigen, komplexen Konzerngebilde gehören Stahl- wie Autoproduktion, alles zusammen hat einen Marktwert von über 70 Milliarden Euro.

Das Geflecht um den Hyundai-Konzern soll nach dem Willen der Gründerfamilie Chung entworren werden, wie es andere südkoreanische Konglomerate wie etwa Samsung bereits vorgemacht haben.

Aber der Konzern hatte zuletzt auch einen schweren Stand im Tagesgeschäft. In den vergangenen drei Jahren verfehlte der Autobauer seine Absatzziele. In China belasteten zuletzt Produktionsstops infolge von Lieferunterbrechungen, in den USA kann der Hersteller bei den dort gefragten SUVs nicht mehr richtig punkten.

Was macht Singer?

Kann der umtriebige US-Investor Singer bei dem Umbau unterstützen? Er gilt als geübt darin, bei Unternehmen einzusteigen, die gerade umgebaut oder übernommen werden sollen, um daraus Kapital zu schlagen.

Zuletzt mischte Singer beim Verkauf des deutschen Medikamentenherstellers Stada mit, auch bei der kriselnden Telecom Italia macht er mit lautstarken Forderungen von sich reden.

bs