Intel

Aktie zieht kräftig an Intel wird optimistischer

Stand: 25.10.2019, 07:18 Uhr

Der Chip-Gigant überrascht mit einem guten Ausblick und entzückt damit die Aktionäre. Offenbar kann Intel dem Handelsstreit zwischen den USA und China trotzen. Die Aussichten sind ein Signal der Erleichterung - für die gesamte Chip-Branche.

Mitte der Woche hatte der Branchen-Konkurrent Texas Instruments noch mit einem düsteren Ausblick geschockt und Aktien aus dem gesamten Sektor belastet, darunter auch Dax-Mitglied Infineon.

Das sah am gestrigen Abend schon wieder ganz anders aus: Nach US-Börsenschluss lieferte Intel besser als erwartete Quartalszahlen, vor allem aber einen überraschend hellen Blick in die nahe Zukunft ab. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel bis zu acht Prozent zu.

Intel übertraf im vergangenen Quartal die Markterwartungen. Der Umsatz blieb auf dem Vorjahreswert von 19,2 Milliarden Dollar, während Analysten mit rund einer Milliarde weniger gerechnet haben. Der Gewinn ging um sechs Prozent auf sechs Milliarden Dollar zurück, auch das war aber mehr als erwartet.

Server- und Cloud-Chips

Für das Gesamtjahr rechnet man im kalifornischen Santa Clara nun mit Erlösen von 71 Milliarden Dollar - das sind 1,5 Milliarden Dollar mehr als bisher erwartet. Vor allem teure Server-Chips, die in Unternehmen eingesetzt werden, verkauften sich prächtig. Auch Produkte für das Cloud-Computing, die für Intel ebenfalls hohe Margen bedeuten, konnten massenweise abgesetzt werden, hier legten die Erlöse um vier Prozent zu. Die Nachfrage nach den Intel-Halbleitern, so kommentierten Experten am Abend an der Wall Street, scheint durch die Handelsspannungen zwischen den USA und China nicht nachhaltig belastet zu sein.

Im klassischen PC-Geschäft ging der Umsatz im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar zurück. In der Autosparte Mobileye, die unter anderem Technologie für autonomes Fahren entwickelt, wuchs der Umsatz um 20 Prozent auf 229 Millionen Dollar.

Aktie kann Pflege gebrauchen

Für Anleger hatte das Unternehmen noch eine gute Nachricht, Der Konzern stockt sein Aktienrückkaufprogramm um 20 Milliarden Dollar auf. Die Papiere sollen in den kommenden 18 Monaten zurückgekauft werden, was den Aktienkurs tendenziell nach oben befördern soll.

Die Intel-Aktie hatte im laufenden Jahr bereits um elf Prozent zugelegt. Damit hat sich der Titel aber erheblich schlechter entwickelt als das Branchenbarometer, der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index - er hat 2019 bislang bereits 40 Prozent zugelegt.

AB