Intel

Chip-Konzern im Gewinnrausch Intel: War da was?

Stand: 27.04.2018, 10:05 Uhr

Die Anfang des Jahres entdeckten Sicherheitslücken bei Intel-Chips haben dem Geschäft des Konzerns bisher nicht geschadet. Im Gegenteil: Intel verdient besser denn je und hob die Jahresprognose an.

Im ersten Quartal steigerte der US-Chipriese den Überschuss um satte 50 Prozent auf 4,45 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 87 Cents. Analysten hatten mit lediglich 71 Cents je Aktie gerechnet.

Auch beim Umsatz übertraf der Intel-Konzern die Prognosen. Die Erlöse stiegen um neun Prozent auf über 16 Milliarden Dollar. Experten hatten beim Umsatz 15,1 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Gute Geschäfte mit Rechenzentren

Intel hat im vergangenen Quartal massiv vom Geschäft mit Rechenzentren profitiert. Der Umsatz der Rechenzentren-Sparte stieg um fast ein Viertel auf rund 5,23 Milliarden Dollar. Finanzchef Robert Swan warnte allerdings, dass sich dieses Tempo im zweiten Halbjahr nicht halten lässt.

Zusätzlichen Auftrieb gab die Erholung des jahrelang schwächelnden PC-Markts. Intel kommt dabei auch zugute, dass in dem Bereich teurere Prozessoren gefragt sind. Das glich die Rückgänge bei Stückzahlen mehr als aus.

Optimismus für das Gesamtjahr

Angesichts der guten Entwicklung im ersten Quartal strotzt Intel vor Zuversicht. Fürs Gesamtjahr hob der Chip-Riese seine Umsatzprognose um 2,5 Milliarden auf 67,5 Milliarden Dollar an. Beim Gewinn je Aktie wird nun eine Spanne von 80 bis 90 Cents in Aussicht gestellt.

Intel: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
42,56
Differenz relativ
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An der Börse kommen die Zahlen und der Ausblick von Intel prächtig an. Der Aktienkurs des Chipkonzerns schoss im nachbörslichen Handel zeitweise um über acht Prozent in die Höhe. Vom kleinen Kursrücksetzer nach der Sicherheitspanne Anfang Januar hat sich die Aktie längst erholt. 2018 hat sie schon fast 20 Prozent zugelegt.

Sicherheitspanne gut verdaut

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Intel befindet sich in einem Umbauprozess. Der Konzern verlagert seinen Schwerpunkt vom angestammten Geschäft mit Chips für PCs immer stärker auf den florierenden Bereich Rechenzentren sowie Zukunftsmärkte wie künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos.

Zu Jahresbeginn hatten Sicherheitslücken unter anderem bei Intel-Chips noch die Sorge ausgelöst, dass sich dies auf Kundenbeziehungen und Ergebnisse auswirken könnte. Doch diese Befürchtungen haben sich bislang nicht bestätigt.

nb