Intel Wafer-Produktion

Umsatzprognose angehoben Intel sorgt wieder für Zuversicht

Stand: 26.07.2019, 08:58 Uhr

Noch im April hatte Intel die Chipbranche mit einer Gewinnwarnung verunsichert. Nun rudert der Konzern etwas zurück und erwartet wieder höhere Erlöse. Auch verlief das zweite Quartal nicht ganz so mies wie befürchtet. Für Extra-Einnahmen sorgt zudem ein Geschäft mit Apple.

So kauft Apple dem Chipkonzern die Mehrheit der auf Smartphone-Modems spezialisierten Sparte ab. Mit dem rund eine Milliarde Dollar schweren Deal werden rund 2.200 Intel-Mitarbeiter zu Apple wechseln, ein großer Teil davon in Deutschland. Zudem erhält Apple damit die Kontrolle über 17.000 Mobilfunk-Patente. Intel wird aber auch weiterhin die Möglichkeit haben, Mobilfunk-Modems zum Beispiel für PCs, autonome Autos sowie vernetzte Geräte im Internet der Dinge zu entwickeln, teilte beide Unternehmen in der Nacht mit.

Apple hatte erst vor kurzem einen langen Patentstreit mit dem Chipkonzern Qualcomm beigelegt. Ein Teil des Deals ist, dass Qualcomm Modem-Chips für kommende iPhone-Generationen liefern soll. Mit der Kontrolle über die Intel-Sparte könnte Apple auch eigene Smartphone-Modems entwickeln. Intel stellt die Modems der aktuellen iPhones und hatte nach Bekanntgabe von Apples Einigung mit Qualcomm angekündigt, aus diesem Geschäft auszusteigen.

Besser als erwartet

Zuvor hatte sich Intel zuversichtlich zum weiteren Verlauf der Geschäfte in diesem Jahr geäußert. So hob der Chiphersteller seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 69,5 Milliarden Dollar an. Bisher war das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara von 69 Milliarden Dollar ausgegangen. Analysten reagierten erleichtert, hatte doch der Handelsstreit mit China sowie Beschränkungen im Geschäft mit dem chinesischen Netzwerkausrüster und Handy-Hersteller Huawei die Chipbranche belastet.

Im vergangenen Quartal musste Intel zwar Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verbuchen, schnitt aber besser ab als erwartet. Bei PC-Prozessoren, dem größten Bereich des Konzerns, wuchsen die Erlöse um ein Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Im Geschäft mit Chips für Rechenzentren gab es dagegen einen spürbaren Rückgang von zehn Prozent auf fünf Milliarden Dollar.

Aktie legt zu

Insgesamt sank der Konzernumsatz um drei Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel im Jahresvergleich von 5,0 auf 4,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Auch Intel selbst hatte einen deutlicheren Gewinneinbruch erwartet.

Die Anleger honorierten das mit einem Kursplus von fast sechs Prozent im nachbörslichen Handel. Im Geschäft mit PC-Chips profitierte Intel von einem Anstieg der verkauften Stückzahlen bei Notebook-Prozessoren um 15 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal. Das konnte mehr als ausgleichen, dass der durchschnittliche Preis der Halbleiter zurückging.

lg