Intel

Chip-Desaster, Teil 2 Intel: Probleme bei der Problembehebung

Stand: 23.01.2018, 10:31 Uhr

Der Kampf gegen "Meltdown" und "Spectre" ist noch nicht gewonnen. Intel versucht die größte Sicherheitslücke aller Zeiten mit seinen Schutz-Updates zu schließen und wähnte sich auf der sicheren Seite. Doch dem ist nicht so.

Der Branchenriese empfiehlt, seine Updates doch nicht zu installieren. Sie könnten zu häufigen Neustarts "und anderem unvorhersagbarem Verhalten" führen, hieß es in einem Blogeintrag. An der Lösung des Problems werde gearbeitet. Kunden hatten sich bereits beschwert, dass die Sicherheits-Updates Computer verlangsamten. Weitere Details über künftige Updates würden im Verlauf der Woche erwartet, teilte Intel mit.

Anfang Januar war bekannt geworden, dass zahlreiche Prozessoren von Intel sowie auch Chips der Hersteller AMD und ARM von der Schwachstelle betroffen sind. Durch die Sicherheitslücke ist es möglich, sensible Informationen wie etwa Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen auszulesen.

Die Chips von Intel, Advanced Micro Devices (AMD) sowie ARM Holdings gelten als besonders anfällig. Bei Intel sind es gar mehrere Generationen von Chips. Die drei Konzerne arbeiten zusammen, um einen industrieweiten Ansatz zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Noch lange verwundbar?

Intel-Chef Brian Krzanich war angesichts von Sammelklagen Geschädigter vor der Eröffnung der Elektronikmesse CES in Las Vegas zunächst in die Offensive gegangen. Bislang deute nichts darauf hin, dass es durch die Schwachstellen zu Datenverlust gekommen sei, erklärte er. Die Auswirkungen seien durch eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche eingegrenzt worden.

Sicherheitsexperten befürchten indes, dass ungeachtet funktionsfähiger Updates noch längere Zeit verwundbare Systeme im Umlauf sein könnten - etwa weil nicht alle Rechner oder Smartphones mit aktuellen Betriebssystem-Versionen ausgestattet seien.

Intel-Aktie auf Abwegen

An der Börse hatte die Intel-Aktie nach Bekanntwerden der Sicherheitslücken einen schweren Stand. Sie verlor rund sechs Prozent an Wert, hat sich inzwischen aber wieder erholt. Ein großes Thema war auch, dass der Intel-Chef vor wenigen Wochen ein Riesenpaket an Intel-Aktien verkauft hat. Und da wusste er schon lang Bescheid über die ernsten Sicherheitslücken. Natürlich hat laut Aussage von Intel der Aktiendeal überhaupt nichts mit der Chippanne zu tun.

Mit Spannung erwarten Börsianer auch die neuen Quartalszahlen von Intel am Donnerstag. Analysten sind in dieser Hinsicht aber recht zuversichtlich. Ihre Gewinnprognosen wurden sowohl für das abgelaufende vierte Quartal als auch für den derzeit laufenden Dreimonatszeitraum erhöht.

bs

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Die Tekkies kommen Die US-Berichtssaison im Technologiesektor kommt auf Touren. Zum Start mit Netflix, es folgen Apple, Alphabet, Amazon & Co. Sie dürften den ganzen Aktienmarkt bewegen.

<b>Netflix</b><br />Der Video-Streaming-Dienst hat ein prächtiges Jahr und ein ebenso gutes viertes Quartal hinter sich, da sind sich Analysten einig. Danach dürfte die Zahl der Abonnenten 2017 um rund 22 Millionen auf circa 115 Millionen gestiegen sein. Für das Schlussquartal rechnen die Experten mit einem Rekordzuwachs. Dass Netflix dabei immer profitabler arbeitet, haben bereits die Zahlen zum dritten Quartal gezeigt. Für Q4, über das Netflix nach US-Börsenschluss berichten wird, liegt die Konsensschätzung bei 0,41 Dollar Gewinn je Aktie.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Netflix
Der Video-Streaming-Dienst hat ein prächtiges Jahr und ein ebenso gutes viertes Quartal hinter sich, da sind sich Analysten einig. Danach dürfte die Zahl der Abonnenten 2017 um rund 22 Millionen auf circa 115 Millionen gestiegen sein. Für das Schlussquartal rechnen die Experten mit einem Rekordzuwachs. Dass Netflix dabei immer profitabler arbeitet, haben bereits die Zahlen zum dritten Quartal gezeigt. Für Q4, über das Netflix nach US-Börsenschluss berichten wird, liegt die Konsensschätzung bei 0,41 Dollar Gewinn je Aktie.