Intel

Aktie verliert deutlich Intel hat zwei Probleme - eins davon heißt Apple

Stand: 24.04.2020, 07:51 Uhr

Als hätte eine unter Erwartung liegende Prognose des Chipkonzerns Intel fürs laufende Quartal nicht gereicht. Auch der Großkunde Apple schießt quer.

Das kalifornische Unternehmen profitierte zu Beginn der Corona-Krise massiv von der gestiegenen Nachfrage bei Technik für Rechenzentren. Der Konzernumsatz stieg um ersten Quartal im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte von 3,97 Milliarden Dollar, oder 87 Cent je Aktie im Vorjahr auf 5,66 Milliarden Dollar oder 1,31 Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit 18,7 Milliarden Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 1,28 Dollar gerechnet.

Zentraler Treiber war dabei das Geschäft mit Chips für Server in Rechenzentren, in dem der Umsatz um 43 Prozent auf sieben Milliarden Dollar vorrückte. Das operative Ergebnis lag mit rund 3,5 Milliarden Dollar sogar 90 Prozent höher als vor einem Jahr. Unter anderem wegen des sprunghaft gestiegenen Datenverkehrs in Videokonferenzen in der Corona-Zeit bauen Anbieter von Internet-Infrastruktur und Cloud-Dienste gerade ihre Kapazitäten aus.

Home Office treibt das Geschäft

Aber auch gute Verkaufszahlen von Notebooks für Heimarbeit machte sich in Intels Geschäft mit PC-Chips bemerkbar: Der Umsatz der entsprechenden Sparte legte um 14 Prozent auf rund 9,8 Milliarden Dollar zu. Mit einem operativen Ergebnis von 4,2 Milliarden Dollar verbesserte sie sich um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

So weit so gut: Für das laufende Quartal erwartet Intel bei Erlösen von 18,5 Milliarden Dollar ein Ergebnis je Aktie von 1,10 Dollar. Analysten hatten sich einen deutlich höheren Wert von 1,20 Dollar je Anteilsschein erhofft. Außerdem wagt Intel wegen der hohen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronakrise keine Jahresprognose.

Apple bereitet Sorgen

Die Intel-Aktie gab im nachbörslichen Handel sechs Prozent auf 55,50 Dollar nach. Das Papier war bereits mit einem Minus von fast zwei Prozent aus dem regulären Handel an der Technologiebörse Nasdaq gegangen: Apple will laut einem Bloomberg-Bericht ab dem kommenden Jahr mindestens in einer Mac-Baureihe eigene Prozessoren einsetzen und damit die bisher verwendeten Intel-Chips ersetzen. Die Prozessoren sollen dabei denen ähneln, die in kommenden iPhones und iPads eingesetzt werden.

ME/dpa