Intel Wafer-Produktion

Umsatz über 20 Milliarden Dollar Intel begeistert die Anleger

Stand: 24.01.2020, 10:03 Uhr

Trotz verspäterer Produktion neuer Chips und Anlaufproblemen bei einigen Prozessoren hat der Chipkonzern Intel im vierten Quartal Umsatz und Gewinn überraschend kräftig gesteigert. Auch der Ausblick sorgte bei den Anlegern für Begeisterung.

Im nachbörslichen Handel an der Wall Street legte die Aktie um sechs Prozent zu und könnte damit heute auf dem höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten eröffnen. In ihrem Sog stiegen auch andere Halbleiterfirmen: AMD verzeichnete ein Plus von 0,9 Prozent, Nvidia von 1,1 Prozent. In Frankfurt gehört am Vormittag auch Infineon zu den Gewinnern.

Tatsächlich übertraf der Konzern die Erwartungen sowohl im vergangenen Quartal als auch mit den Prognosen. So stellt Intel für das laufende Jahr einen Umsatz von 73,5 Milliarden Dollar in Aussicht, am Markt war mit 72,2 Milliarden gerechnet worden.

Cloud-Geschäfte laufen besonders gut

Wie gut die Geschäfte inzwischen laufen, zeigt ein Blick auf das vierte Quartal. So stieg der Umsatz zwischen Oktober und Dezember um acht Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar, angetrieben von der Nachfrage nach Chips für den Einsatz in Datenzentren sowie PCs. Diese Zahl lag über den Erwartungen von 19,2 Milliarden Dollar.

Der Gewinn machte gar einen Sprung um 33 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn je Aktie von 1,52 Dollar schlug die vorhergesagten 1,25 Dollar.

Besonders kräftig legten die Erlöse im Rechenzentren-Geschäft zu: Sie stiegen um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Da immer mehr Anwendungen in die Cloud wandern, ist der Hunger von deren Betreibern nach Server-Chips groß.

Starke Autosparte

Intel muss in diesem Geschäft zugleich gegen wachsende Konkurrenten wie den Erzrivalen AMD antreten. Bei PC-Chips gab es ein leichtes Umsatzplus von zwei Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Zugleich rechnen Branchenbeobachter damit, dass die Welle von Geräte-Upgrades, die von dem Umstieg auf Microsofts Windows 10 getrieben wurde, im angebrochenen Jahr weitgehend auslaufen wird.

Die Autosparte Mobileye, die unter anderem an Technik für Roboterautos arbeitet, steigerte im vierten Quartal die Einnahmen um 31 Prozent auf 240 Millionen Dollar, noch dank dem aktuellen Geschäft mit auf Kameratechnik basierten Assistenzsystemen.

JPMorgan stuft hoch

Im gesamten Jahr 2019 stieg der Intel-Umsatz um zwei Prozent auf 72 Milliarden Dollar. Der Gewinn stagnierte indes bei 21 Milliarden Dollar. Doch die Tendenz weist nach oben. Das scheint auch die Analysten der Banken zu überzeugen.

So hat JPMorgan das Kursziel für Intel nach den Zahlen von 68 auf 80 Dollar angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Das vierte Quartal des Chipherstellers sei stark ausgefallen, schrieb Analyst Harlan Sur in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Ausblick auf 2020 erscheine konservativ.

Auch die Credit Suisse hob das Ziel für Intel an, von 65 auf jetzt 75 Dollar. Die Einstufung bleibt auf "Outperform".

lg