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Nicht gut genug Intel-Aktie fällt nach Quartalsbericht

Stand: 25.01.2019, 06:58 Uhr

Der weltgrößte Chiphersteller kann der allgemeinen Branchenkrise nicht trotzen. Nach den neuesten Zahlen bricht die Intel-Aktie ein.

Das Papier fiel gestern Abend im nachbörslichen Handel um sieben Prozent auf 46,26 Dollar. Damit ist der jüngste Kursaufschwung erst einmal unterbrochen, der die Intel-Aktie bis auf fast 50 Dollar nach oben katapultiert hatte.

Der kalifornische Konzern kann sich derzeit nicht dem Abwärtstrend der Halbleiterbranche entziehen. In den vergangenen Tagen hatte sich Konkurrenten wie SK Hynix, Texas Instruments und STMicroelectronics bereits reserviert zu weiteren Aussichten geäußert.

Im Schlussquartal 2018 konnte Intel die Erlöse um neun Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar steigern. Analysten hatten mit gut 19 Milliarden gerechnet. Der Quartalsgewinn erreichte unter dem Strich 5,2 Milliarden Dollar, wie Intel nach dem Ende des regulären Börsenhandels am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte die einmalige Zahlung auf die Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform zu einem Verlust von 700 Millionen Dollar in der Bilanz geführt.

Für das laufende Quartal rechnet Intel nur noch mit Erlösen von 16 Milliarden Dollar, was etwas weniger als im Vorjahreszeitraum wäre.

Chipfirmen weltweit kämpfen derzeit mit einem Überangebot und dementsprechend hohen Lagerbeständen. Außerdem schwächelt der Markt für Smartphones. Und auch die Nachfrage nach potenten Grafikkarten hat wegen des Einbruchs bei Kryptowährung stark nachgelassen.

Kein neuer Chef

Intel präsentierte entgegen den Erwartungen einiger Analysten mit den Zahlen keinen neuen Konzernchef. Der Chip-Gigant wird seit mehr als einem halben Jahr kommissarisch von Finanzchef Bob Swan geführt, nachdem der langjährige Konzernlenker Brian Krzanich wegen einer früheren Affäre mit einer Intel-Mitarbeiterin zurückgetreten war. Swan hatte stets betont, dass er den Chefposten nicht dauerhaft übernehmen wolle.

ME

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Intel-Gründer Gordon E. Moore und Robert Noyce

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Am 18. Juli 1968 legten sie den Grundstein für Intels Aufstieg: Gordon Moore und Bob Noyce. Entsprechend der Initialien ihrer Nachnamen nannten sie ihr neues Untrenehmen NM Electronics. Wenig später kauften sie sich von der Firma Intelco das Recht, den Namen Intel zu nutzen. Ihr finanzkräftiger Freund Arthur Rock stößt wenig später als neuer Vorstand hinzu und bringt das notwendige Grundkapital mit.