Filmplakat zu

BaFin prüft Insiderhandel bei Constantin?

Stand: 12.06.2017, 13:19 Uhr

Der Medienkonzern kommt nicht zur Ruhe. Laut einem Medienbericht gibt es den Verdacht auf Insiderhandel. Der Aufsichtsratschef hat es außerdem mit einer Anzeige zu tun.

Laut der "Bild am Sonntag" ist in München ein Ermittlungsverfahren gegen Dieter Hahn eingeleitet worden, seines Zeichens Aufsichtsratschef des Medienunternehmens. Die Untersuchung geht auf eine Strafanzeige zurück, die von einer Tochter der Constantin, der Vermarktungsfirma Highlight Communications, stammt. Der Vorwurf lautet, Hahn habe Insiderwissen im Vorfeld über dem Vertrag zur Vermarktung der Champions League durch Highlight genutzt und bereits vor Bekanntgabe einer Vertragsverlängerung mit der Fußball-Liga Aktien von Constantin gekauft.

Kursgewinne verdächtig?

Der Vorgang spielte sich demnach im Jahr 2015 ab: Am 27. März wurde die Vertragsverlängerung zur Vermarktung der Champions League durch Highlight unterzeichnet. Bereits am 13. März soll Hahn sich aber mit Highlight-Aktien im Wert von fünf Millionen Euro eingedeckt haben, die er neun Monate später mit einem Gewinn von 1,8 Millionen Euro wieder verkauft hat. Zudem habe er zwischen dem 24. Februar und dem 13. März 2015 Papiere von Constantin weitere Millionen investiert.

Pikantes Detail dazu: Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter hatte just zwei Tage vor Bekanntgabe des neuen Vermarktungsvertrages Constantin-Aktien gekauft - und von dem folgenden Kursanstieg profitiert.

CSU-Politiker im Aktienglück

Sauter hat nach eigenen Angaben die "Entwicklung der Aktie schon länger beobachtet". Und ein Sprecher von Aufsichtsratschef Dieter Hahn wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Sie seien "wahrscheinlich gezielt konstruiert". Der Hinweis deutet auf die Auseinandersetzung zwischen den Führungspersonen bei Constantin und Highlight. Denn während Hahn mit Vorstandschef Fred Kogel einen Verkauf des Filmgeschäfts plant, will Highlight-Chef Bernhard Burgener genau dies verhindern.

Die Auseinandersetzung über die strategische Ausrichtung war im November auf der Hauptversammlung von Constantin eskaliert. Burgener wurde damals von einer Abstimmung über die Zukunft des Unternehmens ausgeschlossen. Über die Rechtmäßigkeit des Beschlusses hat Burgener inzwischen eine Anfechtungsklage angestrengt.

Die Constantin-Aktie verlor am Montag rund ein Prozent, die Kursreaktion auf den Bericht fiel also eher verhalten aus.

AB