Innogy-RWE-Zentrale in Essen

Der Gewinn schrumpft… … aber Innogy lockt mit Dividende

Stand: 13.03.2017, 09:15 Uhr

Die Zahlen der RWE-Ökostromtochter RWE scheinen den Anlegern zu gefallen, obwohl Gewinn und Umsatz sinken. Oder inspiriert die Dividende die Anleger? Die Aktienperformance war seit dem IPO jedenfalls eher mau.

Seit dem Börsengang im Oktober 2016 büßte die Aktie rund zehn Prozent ein. Das Papier ist unter die Erstnotiz von 36 Euro gefallen. Die Innogy-Aktie steigt heute aber zeitweise um mehr als ein Prozent und liegt im MDax weit vorn. Innogy ist eine Abspaltung des Energiekonzerns RWE, der auch nach dem Innogy-Börsengang noch knapp 77 Prozent an der Tochter hält. Bei Innogy hat RWE sein Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Ökostrom gebündelt.

Für die Eon-Tochter Uniper lief es seit dem IPO im September 2016 deutlich besser. Sie verteuerte sich um fast 38 Prozent. Innogy ist gemeinsam mit der Eon-Tochter Uniper unlängst in den MDax aufgestiegen.

Der Wind weht wo er will

Die Stromerzeugung ging bei Innogy im vergangenen Jahr um drei Prozent zurück. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 43,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank  um sieben Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Entsprechend sank auch der Gewinn unterm Strich und zwar um 6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

RWE-Welt

RWE und Innogy. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Trotzdem zeigt sich RWE-Konzernchef Peter Terium natürlich zufrieden: "Bei unseren Ertragszielen haben wir eine Punktlandung hingelegt", erklärte Terium. Und es soll besser werden: "Für 2017 können unsere Investoren ein steigendes Ergebnis erwarten." Genau das werden sie natürlich tun.

Als Grund für den Ergebnisrückgang führte Terium Mehraufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung der Energienetze an. Zudem seien die Windkraftanlagen mangels Wind nicht ausgelastet gewesen.

Die Dividende soll locken

Innogy versorgt die Anleger auch mit einer präziseren Prognose: Beim bereinigten Ebitda strebt das Unternehmen einen Zuwachs auf rund 4,4 Milliarden Euro an. Bislang lag die erwartete Bandbreite bei 4,3 bis 4,7 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis solle auf über 1,2 Milliarden Euro von 1,1 Milliarden Euro steigen.


Und Innogy wirbt mit einer großzügigen Dividendenpolitik: Für 2016 wolle der Konzern 1,60 Euro je Aktie ausschütten. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,58 Euro je Papier gerechnet. Auch für das laufende Geschäftsjahr wolle der Konzern 70 bis 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses an die Aktionäre überweisen. Ein Marktteilnehmer sah den Ausblick auf das laufende Jahr einen Hauch besser als erwartet. Mit dem Abschneiden 2016 habe der Konzern die Erwartungen ebenso erfüllt wie mit dem Dividendenvorschlag.

ts