Innogy-Zentrale in Essen
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Zahlen vor der Eon-Übernahme Innogy hält sich wacker

Stand: 14.05.2018, 08:05 Uhr

Die "Noch"-RWE-Tochter hat für das abgelaufene Quartal ordentliche Zahlen präsentiert. Gegen die Übernahme durch Eon stemmt sich das Management weiterhin. An der geplanten Neuordnung des Energiemarktes wird das wohl aber nichts ändern.

Bis zum 6. Juli läuft das Angebot über 40 Euro je Aktie inklusive Dividenden noch. Übrig gebliebene freie Aktionäre könnten womöglich noch auf einen Nachschlag in letzter Minute hoffen, die Neustrukturierung des deutschen Energiemarktes zwischen den Versorgern Eon und RWE wird dadurch aber wohl nicht aufzuhalten sein.

Eon und RWE wollen Innogy zerschlagen und die Geschäfte neu aufteilen. Im ersten Schritt will Eon Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Eon würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen.

Operativ über Erwartungen

Auch nicht durch die durchaus guten Zahlen, die Innogy am Montagmorgen präsentierte. In den ersten drei Monaten des Jahre ging das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwar um zwei Prozent auf 1,23 Milliarden Euro zurück, das war aber mehr als von Analysten erwartet. Netto ging der Überschuss um elf Prozent auf 610 Millionen Euro zurück.

Auch beim Umsatz übertraf Innogy mit 11,6 Milliarden Euro im Quartal die durchschnittliche Analystenprognose von knapp elf Milliarden Euro klar. Weiterhin entwickelt sich bei Innogy das Geschäft mit erneuerbarer Energie und auch die Netzsparte gut, allein im Vertrieb von Energie gingen die Einnahmen zurück. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Management am Morgen.

Arbeitsplätze erst einmal gesichert

Die Führung von Innogy hatte zuletzt keine Empfehlung für eine Übernahme durch Eon geben wollen, unter anderem auch deshalb, weil Arbeitsplätze bei Innogy in Gefahr sein könnten. Diese Gefahr scheint allerdings erst einmal gebannt. Am Freitag hatten ging Eon einen großen Schritt auf die Mitarbeiter zu: "Betriebsbedingte Beendigungskündigungen werden praktisch ausgeschlossen", hieß es in einer Grundsatzerklärung, die die Spitzen von Eon, RWE und Innogy verbreiteten.

AB