Uwe Tigges, Vorstandsvorsitzender von Innogy, spricht während der Hauptversammlung des Unternehmens
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Eon legt Übernahmegebot vor Innogy-Aktionäre, was nun?

Stand: 27.04.2018, 14:38 Uhr

Die Zerschlagung von Innogy rückt näher: Am Freitag hat Eon sein offizielles Übernahmeangebot für die RWE-Tochter bekannt gegeben. 40 Euro je Aktie bietet Eon den Innogy-Aktionären inklusive Dividenden. Einigen reicht das nicht.

Verkaufen oder nicht verkaufen? Vor dieser schweren Frage dürften die zahlreiche Minderheitsaktionäre von Innogy stehen, die 23,2 Prozent der Anteile halten. Bis zum 6. Juli müssen sie sich entscheiden, ob sie die Übernahmeofferte von Eon annehmen oder nicht. 36,76 Euro je Aktie zuzüglich 3,24 Euro an Dividenden für 2017 und 2018 würden sie erhalten.

Aktuell notiert Innogy noch unter dem Übernahmeangebot - bei 36,35 Euro. Vor gut zwei Wochen lagen die MDax-Titel noch bei über 38 Euro, obwohl damals schon das Übernahmeangebot von Eon bekannt war. Geht da noch was?

40 Euro zu wenig?

Auf der Hauptversammlung von Innogy am Dienstag kritisierten mehrere Aktionäre das Eon-Gebot als zu niedrig. Thomas Hechtfischer von der Aktionärsschützer-Vereinigung DSW und Joachim Kregel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) rieten den Aktionären, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und erst einmal abzuwarten. In einem Spruchverfahren bei einem Squeeze-out sei ein Wert von mindestens 50 Euro je Aktie möglich, sagte SdK-Vertreter Kregel.

Innogy-Chef Uwe Tigges

Uwe Tigges. | Bildquelle: Unternehmen

Innogy-Chef Uwe Tigges sprach von vielen offenen Fragen beim RWE-Eon-Deal. Die meisten Details seien noch ungeklärt. Für Unruhe sorgt die geplante Zerschlagung auch bei den Kommunen. Innogy ist an rund 100 Stadtwerken und regionalen Versorgern beteiligt und besitzt rund 3.000 Stromnetz-Konzessionen - nicht nur im RWE-Kernland Nordrhein-Westfalen.

Aus drei mach zwei!

Wie bereits bekannt will Eon Innogy übernehmen und dann in einer komplexen Transaktion die verschiedenen Geschäfte unter sich und der Mutter RWE aufteilen, die knapp 77 Prozent an Innogy hält. Zudem wird RWE mit knapp 17 Prozent größter Aktionär von Eon.

Eon

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Sobald Eon die Kontrolle über Innogy erhalten hat, sollen die Ökostromerzeugungssparten von Innogy und Eon an RWE gehen. RWE bekommt zudem von Innogy das Gasspeichergeschäft und den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag. Von Eon erhalten die Essener zusätzlich die Minderheitsbeteiligungen an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen. Eon wird sich damit künftig auf das Geschäft mit Netzen und Vertrieb konzentrieren, RWE auf die Stromproduktion. Der Abschluss der gesamten Transaktion wird für Ende 2019 erwartet.

nb

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