ING-Bank-Schriftzug
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Nächster Bräutigam springt ab Will die ING die Commerzbank doch nicht?

Stand: 11.06.2019, 09:30 Uhr

Keine Bankenehe für das Frankfurter Unternehmen, auch nicht im nächsten Anlauf: Nach dem Aus der Fusion mit der Deutschen Bank und einem Kauf durch die italienische UniCredit scheint auch eine Übernahme durch die niederländische ING Group geplatzt.

Das "Handelsblatt" berichtet in seiner Montagsausgabe, dass der Deal angeblich bereits vor Wochen geplatzt ist. Die Holländer hätten sich schon vor anderthalb Monaten gegen einen solchen Schritt entschieden, so die Zeitung. Der Entscheidung seien zwei Treffen zwischen Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke und ING-Chef Ralph Hamers in den vergangenen Monaten vorausgegangen, in denen die beiden einen möglichen Zusammenschluss ausloteten.

Keine gemeinsame Vision

Die Bankenchefs hätten sich darüber ausgetauscht, ob sie eine Vision für das Banking der Zukunft teilten und sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Keine der Banken wollte sich aber bislang dazu äußern. Im April hatte die Commerzbank die Gespräche mit der Deutschen Bank beendet. Danach gab es erfolglose Gespräche mit der UniCredit, auch der französischen Großbank BNP Paribas wurde ein Interesse an einer Übernahme der Frankfurter Bank beigemessen - allerdings ohne Effekt. Die Commerzbank wird einstweilen ohne größeren Partner bleiben.

Ob sich übernahmefein zu machen, hatte die Bank etwa faule Schiffskredite abgebaut oder einige kleinere Bereiche unter den Hammer gebracht. Offenbar nicht genug, um für einen großen europäischen Player attraktiv zu werden.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Einen großen deutschen Bankenchampion zu schmieden, das hätte auch die Bundesregierung wohl gerne gesehen, die bei der Commerzbank noch mit rund 15 Prozent der Anteile an Bord ist. Aus Regierungskreisen verlautete in den vergangenen Wochen bereits, dass nun in der deutschen Bankenlandschaft erst einmal "Ruhe einkehren" solle. Ein neuer Anlauf zu einem von Regierungsseite flankierten Bankenbündnis ist damit wohl erst einmal nicht in Sicht.

Aktien im stabilen Abwärtstrend

Die Aktien der Deutschen Bank aber auch der Commerzbank haben in den vergangenen Wochen entsprechend deutlich an Fusionsfantasie eingebüßt. Coba-Aktien rutschten von 8,00 Euro Ende April auf jetzt nur noch 6,30 ab. Bei Deutsche-Bank-Papieren ging die Rutschpartie von 7,70 auf 6,10 Euro im gleichen Zeitraum ebenfalls unvermindert weiter.

AB