Infineon-Mikrocontroller für Autos
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Rückläufige Zahlen im Schlussquartal Infineon: Wenn nur der schwache Dollar nicht wäre

Stand: 14.11.2017, 09:25 Uhr

Anleger von Infineon können sich in diesem Jahr über satte Kursgewinne freuen. Auch operativ lief es im abgelaufenen Geschäftsjahr bestens - bis auf das letzte Quartal. Auch die Aussichten sind nicht mehr ganz so rosig.

Im Geschäftsjahr 2016/17, das im September zu Ende gegangen war, kletterte das für den Konzern entscheidende Segmentergebnis auf 1,208 Milliarden Euro - 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs um neun Prozent auf gut sieben Milliarden Euro.

Die Zahlen lagen im Rahmen der von Infineon ausgegebenen und im März erhöhten Prognose. Unter dem Strich erhöhte der Halbleiterhersteller den Gewinn von 744 auf 790 Millionen Euro. Die Dividende soll daher um 0,03 Euro auf 0,25 Euro je Aktie angehoben werden.

Gute Geschäfte mit der Elektromobilität

Infineon erzielte dabei insbesondere ein gutes Geschäft mit Chips für Elektromobilität und Fahrerassistenzsystemen. Aber auch das Geschäft mit Erneuerbaren Energien legte weiter zu - ebenso wie das mit Industriehalbleitern. Hier zahlte sich für Infineon der zunehmende Trend zu automatisierten Produktionsmaschinen und Robotik aus.

Im vierten Quartal flaute die Dynamik jedoch ab. Grund war vor allem der schwache Dollar. Für Infineon ist eine stärkere europäische Währung im Vergleich zum Dollar negativ, da die Kosten überwiegend in Euro anfallen. Von Juli bis September gab das Segmentergebnis deshalb um drei Prozent auf 328 Millionen Euro zurück, der Umsatz sank um ein Prozent. Dies sei "saisonal untypisch und auf den im Laufe des September-Quartals deutlich schwächeren Dollar zurückzuführen", hieß es. Analysten hatten im Schnitt etwas mehr für das Schlussquartal erwartet.

Weiteres Wachstum in Aussicht gestellt

Infineon-Platine

Infineon-Platine. | Bildquelle: Infineon

An der Börse geriet der Dax-Titel deshalb zunächst unter Druck. Im morgendlichen Handel verlor die Aktie zunächst zwei Prozent, drehte dann aber deutlich ins Plus. Seit Jahresbeginn ist die Infineon-Aktie um gut 40 Prozent gestiegen.

Im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 will der Konzern trotz der Unwägbarkeiten auf den Devisenmärkten sein Tempo halten. Der Umsatz soll erneut um rund neun Prozent steigen, mit einer Schwankungsbreite von plus oder minus zwei Prozentpunkten. Verändere sich der Wechselkurs nicht, könne wohl ein zweistelliger Prozentsatz erreicht werden. Für das saisonal schwächere erste Quartal jedoch erwartet Infineon bestenfalls eine Stagnation des Umsatzes

Für Schub soll das Geschäft mit der Autoindustrie sorgen. Halbleiter für Elektroautos und Fahrerassistenzsysteme seien ebenso gefragt wie Chips für Industrieroboter oder für Schnellladegeräte für Tablets. Die operative Marge soll im Gesamtjahr 17 Prozent betragen.

lg