Infineon-Platine

Wachstumsmarkt Sprachassistenten Infineon und der LingLong DingDong

Stand: 22.02.2018, 14:04 Uhr

Für den Münchener Chiphersteller Infineon aus dem Dax ist der nächste Wachstumsmarkt bereits ausgemachte Sache. Spracherkennungssysteme heißt das Zauberwort. Eine stürmische Entwicklung, die sich da anbahnt.

Steuerung per Sprachbefehl. Was heute noch meist als Spinnerei von Technik-Freaks durchgeht, könnte der Megatrend der nächsten Jahre werden. Davon jedenfalls ist Andreas Urschitz vom Münchener Chipproduzenten Infineon überzeugt. "Es entsteht ein Massenmarkt, ähnlich dem der Smartphones", sagte Urschitz dem "Handelsblatt".

Infineon-CEO Reinhard Ploss

Infineon-CEO Reinhard Ploss. | Bildquelle: picture alliance / Stephan Goerlich

Der Manager will beim zu erwartenden Boom auf die Sprachassistenten ganz vorne mitmischen. Dies auch, um die ehrgeizigen Wachstumsziele seines obersten Chef Reinhard Ploss zu erfüllen, der die Umsätze des Dax-Konzerns jährlich um acht Prozent steigern will. Ein (zu) ehrgeiziges Ziel, wenn nicht bald ein neuer Wachstumsmarkt hinzukommt.

50 Prozent Zuwachs pro Jahr

Genau ein solcher Boom-Markt könnte der mit den Sprachassistenten werden. Geht es nach den Experten der IHS Marktforschung, dürften sich die Absätze bis zum Jahr 2021 vervielfachen. Wurde 2017 ein Umsatz von 720 Millionen Dollar erreicht, soll sich dieser bis dahin auf 3,5 Milliarden Dollar erhöhen. "Die Welle baut sich gerade erst auf", sagte IHS-Experte Paul Erikson dem "Handelsblatt".

Noch ist der Absatz bescheiden angesichts 39 Millionen verkaufter Geräte im Vergleich zu 1,4 Milliarden Smartphones, die 2017 über den Tisch gingen. Aber das Verkaufsvolumen entspricht immerhin einem Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Plus bei den Smartphones lag im Vergleich dazu bei bescheidenen drei Prozent.

Amazon Echo, Apple iHome, Google Home

Amazon Echo, Apple iHome, Google Home. | Bildquelle: Unternehmen

Geräte werden immer besser

Derzeit beherrschen die beiden amerikanischen Technologieriesen Google und Amazon den Markt für die intelligenten Lautsprecher. Auch Apple bietet seinen iHome an. Bekanntestes Modell ist wohl "Alexa", der Sprachassistent von Amazon Echo. Aber aktuell versteht Alexa eben noch nicht alles.

Dem soll aber bald Abhilfe geschaffen werden - mit Hilfe verbesserter Chips von Infineon, versteht sich. Neue Radarchips etwa sollen genau feststellen können, wo sich der Sprecher befindet. Aktuell haben Alexa und & Co. durchaus noch Schwierigkeiten, Stimmengewirre zuzuordnen. Aber mit den Kinderkrankheiten soll bald Schluss sein, auch die Kombination verschiedener Funktionen setzt sich Infineon zum Ziel. Etwa den Sprachassistenten als Alarmanlege oder Rauchmelder zu verwenden - der Fantasie der intelligenten Lautsprecher sind kaum Grenzen gesetzt.

LingLongDingDong und andere - Megamarkt China

Amazon Echo Lautsprecher

Amazon Echo. | Bildquelle: picture alliance / Shigesato Imaizumi/Jiji Press/dpa

Nicht nur in der westlichen Hemisphäre soll der Boom erst richtig los gehen - der Megamarkt liegt zukünftig in China. Einheimische Chipproduzenten sind derzeit noch nicht so weit, das Chip-Innenleben der chinesischen Modelle wirkungsvoll zu bestücken. Kein Wunder, dass sich Infineon auch im Reich der Mitte gute Chancen ausrechnet, zumal die großen US-Anbieter schon zur Kundschaft gehören - auch wenn die Münchener dies offiziell natürlich nicht bestätigen.

Chinesische Kunden aber werden auch chinesische Modelle kaufen - etwa den Sprachassistenten "LingLong DingDong" des Alibaba-Konkurrenten JD.com. Der hat das Gerät in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen iFlyTek-Konzern konzipiert. Der Unternehmenswert von iFlyTek wird jetzt schon auf zwölf Milliarden Dollar geschätzt. Zumal das Unternehmen mit dem "Xiao-feiyu", dem "fliegenden Fisch" einen speziell für Autos entwickelten Assistenten anbietet, der nur auf Sprache reagiert - ganz ohne Knöpfe.

rm

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