Infineon-Mikrocontroller für Autos

Aktie sehr gefragt Infineon trotzt schwacher Konjunktur - vorerst

Stand: 12.11.2019, 09:45 Uhr

Gerade Chiphersteller und Autozulieferer leiden gewöhnlich ziemlich schnell darunter, wenn der Konjunkturmotor zu stottern beginnt. Bislang konnte sich Infineon der unguten Gesamtlage aber erfolgreich entziehen – das Geschäft wächst.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schnitt Infineon bei Umsatz und Betriebsergebnis ein wenig besser ab als geplant. Der Umsatz legte um sechs Prozent auf 8,03 Milliarden Euro zu. Die Umsatzrendite lag bei 16,4 Prozent, das Segmentergebnis erreichte 1, 32 Milliarden Euro. Infineon hatte sich selbst zuletzt einen Umsatz von acht Milliarden Euro und eine Marge von 16 Prozent vorgenommen.

Der Chef sieht die kommenden Monate allerdings skeptisch: "Die weltweit schwache Automobilnachfrage spüren wir deutlich und erwarten vorerst keine Besserung", erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss. Infineon erwirtschaftet fast die Hälfte seiner Erlöse mit der Autobranche. Das Konjunkturumfeld bleibe angespannt. "Eine Erholung erwarten wir nicht vor der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres."

Aktie schießt nach oben  

Infineon erwartet trotz konjunkturellen Gegenwinds im laufenden Geschäftsjahr aber einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Umsatz werde in den zwölf Monaten bis Ende September 2020 um drei bis sieben Prozent zulegen, teilte der Halbleiterhersteller mit. Die operative Umsatzrendite werde ähnlich wie im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 16 Prozent liegen. Als Dividende will Infineon wie im Vorjahr 27 Cent je Aktie ausschütten.

Die Anleger wissen die Zahlen zu schätzen: Mitte Juni war das Papier noch für weniger als 14 Euro zu haben, seitdem ging es vorwärts. Heute liegt Infineon mit einem Aufschlag von mehr als sechs Prozent an der Dax-Spitze.

Infineon-Chef Reinhard Ploss in einem Mercedes Benz S 400 Hybrid

Infineon-Chef Reinhard Ploss. | Bildquelle: picture alliance / Stephan Goerlich

So reagieren die Fachleute

Händler sprachen in einer ersten Reaktion von überzeugenden Quartalszahlen. Die Commerzbank hat die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Das vierte Geschäftsquartal sei besser als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Florian Treisch. Der Profitabilitätsausblick für 2020 sei ebenfalls besser, die Signale für den Jahresauftakt blieben aber eher mau.

Von soliden Ergebnissen spricht Goldman-Analyst Alexander Duval. Auch er empfiehlt die Aktie zum Kauf.

ts