Chipproduktion bei Infineon
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Aktie am Dax-Ende Infineon stoppt Lieferungen von US-Produkten an Huawei

Stand: 20.05.2019, 13:16 Uhr

Der Chiphersteller Infineon liefert vorerst keine in den USA hergestellten Produkte mehr an den chinesischen Mobilfunkanbieter Huawei. Infineon sieht seine Lieferbeziehungen zu Huawei durch die Exportbeschränkungen der USA trotzdem kaum beeinträchtigt. Die Aktie bleibt trotzdem auf Talfahrt.

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
15,07
Differenz relativ
+1,39%

Mit einem Abschlag von rund vier Prozent liegen Infineon-Aktien am Dax-Ende. Anleger treibt die Sorge um, dass der Chiphersteller mit Huawei vorerst einen wichtigen Kunden verlieren könnte. Im Handelskonflikt mit China war Huawei auf eine schwarze Liste der US-Regierung geraten. Allein in den vergangenen vier Wochen hat das Papier mehr als 17 Prozent eingebüßt.    

100 Millionen Dollar Umsatz

Der Chiphersteller Infineon liefert vorerst keine in den USA hergestellten Produkte mehr an den chinesischen Mobilfunkanbieter Huawei. Compliance-Vorgaben machten diesen Schritt notwendig, nachdem die USA den chinesischen Konzern auf eine schwarze Liste gesetzt hätten, teilte Infineon mit. Berichte, wonach Infineon sämtliche Chip-Lieferungen an den chinesischen Konzern eingestellt habe, bestätigte ein Sprecher ausdrücklich nicht: "Nach heutigem Stand" unterliege ein Großteil der Produkte, die Huawei von Infineon beziehe, nicht den US-Export-Kontrollbestimmungen. "Darum werden diese Lieferungen fortgesetzt."

Infineon-Platine
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Infineon-Aktie im Huawei-Sog

Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" hatte zuvor berichtet, dass Infineon die Chiplieferungen ausgesetzt habe. Nikkei berief sich auf zwei mit der Situation vertraute Quellen. Einer der Insider sprach von einer Vorsichtsmaßnahme von Infineon.

Der Chiphersteller liefert unter anderem Microcontroller und Schaltkreise für die Stromversorgung an die Chinesen. Dem "Nikkei"-Bericht zufolge erwirtschaftet Infineon mit Huawei rund 100 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.

Huawei P8 Smartphone Audio

ARD-Börse: Bannstrahl über Huawei

Harter Schlag für Huawei

Diverse US-Konzerne sollen ihre Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt haben. Wie aus einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg hervorgeht, befinden sich darunter Chipkonzerne wie Qualcomm, Broadcom und Xilinx, mutmaßlich aber auch der Google-Mutterkonzern Alphabet. Dieser erklärte am Montag, man halte sich an die Anordnungen der US-Regierung und prüfe die Folgen.

ts