Inditex Zentrale in Arteixo, Spanien
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Überraschend gute Zahlen vorgelegt Inditex: Der Abstand zu H&M wird größer

Stand: 13.06.2018, 10:07 Uhr

Während hohe Rabatte auf Ladenhüter den Gewinn des schwedischen Modeanbieters H&M einbrechen ließ, kann der spanische Konkurrent Inditex (Zara) überraschend punkten.

Es sind offenbar die schnell wechselnden Kollektionen, besonders die Sommerkleider, die bei den Kundinnen von Zara gut ankamen und dem Mutterkonzern Inditex im ersten Quartal einen überraschenden Gewinnanstieg bescherte. Im ersten Quartal bis Ende April kletterte der Gewinn trotz des stärkeren Euros um zwei Prozent auf 668 Millionen Euro, wie die Spanier am Morgen mitteilten. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Der Umsatz des Konzerns mit den Marken Zara, Massimo Dutti und Bershka, zog ebenfalls um zwei Prozent auf 5,7 Milliarden Euro an. Ohne Währungseffekte lag das Plus bei sieben Prozent. In den ersten sechs Wochen des laufenden Quartals trieb der Branchenprimus die Einnahmen unter anderem mit langen Röcken und Leinenkleidern bei Zara in lokaler Währung gerechnet sogar um neun Prozent nach oben. Experten hatten auch hier mit einem Rückgang gerechnet.

Damit hängt Inditex den Rivalen H&M weiter ab. Die Schweden legen am Freitag Zahlen vor. Analysten rechnen mit einem mageren Umsatzplus von 0,5 Prozent.

Rivalen abgehängt

Inditex gelang es, die viel beachtete Bruttomarge von 58,2 auf 58,9 Prozent zu verbessern. Auch in den ersten sechs Wochen des laufenden zweiten Geschäftsquartals liefen die Geschäfte gut. So legten die Erlöse um neun Prozent zu. Unterdessen baut Inditex sein Filialnetz weiter aus. Allein Zara wuchs binnen eines Jahres um 25 Shops auf weltweit 2112 Läden (Stand Ende April). Konzernweit kam Inditex einschließlich Läden wie Zara Home, Stradivarius und Pull&Bear auf 7.448 Shops, ein Plus von 63 Filialen.

Während H&M wie auch anderen Anbietern vor allem die Konkurrenz von Online-Händlern zu schaffen macht, bindet Inditex Verkäufe über das Internet stärker in das eigene Geschäft ein. Mit einem Online-Angebot ging der Anbieter bevorzugt in asiatischen Ländern wie Indien, Singapur und Thailand neu an den Start. Auch in Australien und Neuseeland hat Zara gerade mit der Online-Vermarktung begonnen. Zudem können die Spanier durch die Fertigung eines Großteils der Waren in Europa schneller auf neue Trends reagieren.

Euro belastet

Allerdings ist der Marktführer dadurch anfälliger für Währungseffekte, da rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb des Euro-Raums erzielt wird. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatten sich die Geschäfte des Unternehmens als so wenig profitabel entpuppt wie seit rund zehn Jahren nicht mehr.

Haupteigner von Inditex ist der 82-jährige Amancio Ortega, dem 59 Prozent der Anteile gehören. Der Unternehmensgründer ist der reichste Europäer.

An der Börse sorgen die Quartalszahlen dennoch für Enttäuschung. Nachdem die Inditex-Aktie im frühen Handel noch zulegen konnte, dreht sie im Xetra-Handel ins Minus. Offenbar hatten sich einige Aktionäre ein noch besseres Ergebnis erhofft. Allerdings hat sich das Papier von seinem Anfang März markierten Jahrestief inzwischen kräftig erholt.

lg