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Fallende Immo-Kurse Urteil zur Mietpreisbremse gefällt Aktionären gar nicht

Stand: 20.08.2019, 12:19 Uhr

An der Börse sorgt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Mietdeckel für fallende Kurse bei Immobilien-Aktien - quer durch alle Indizes.

Die Mietpreisbremse ist mit dem Grundgesetz vereinbar. Die Regelungen verstoßen weder gegen die Eigentumsgarantie noch gegen die Vertragsfreiheit. Mit dieser Begründung hat das Bundesverfassungsgericht die Klage einer Berliner Vermieterin abgewiesen.

Die Mietpreisbremse deckelt in Gebieten mit "angespanntem Wohnungsmarkt" die Kosten bei Neu- oder Wiedervermietungen auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete plus zehn Prozent. Sie gilt in zahlreichen Großstädten und Ballungsräumen.

Rasche Reaktion

Die Reaktion der Börse auf das Urteil folgte prompt. Im Dax rauschte die Aktie des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia in die Tiefe. Zur Mittagszeit ist sie der größte Verlierer im Dax.

Noch eindrücklicher gestaltet sich die Situation im MDax: Unter den Top-5-Verlierern sind vier Immobilien-Aktien: Grand City Properties, LEG Immobilien, Deutsche Wohnen und TAG Immobilien. Die Aktie der Deutsche Wohnen kann dabei von einer Meldung über einen Portfolioverkauf profitieren und so ihr Minus zumindest etwas abmildern.

Kurssturz übertrieben?

Die Deutsche Wohnen ist, absolut gesehen, die größte private Vermieterin in der Hauptstadt. Sie verfügt nach eigenen Angaben allein in Berlin und im Umland über 116.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten und verlangt dafür nach eigenen Angaben eine Miete von 6,75 Euro je Quadratmeter.

Ein Händler sagte, das Urteil könne die Regulierung des Immobilienmarktes durch die Politik verstärken. Derweil hält Analyst Thomas Rothäusler vom Analysehause Jefferies den Kurssturz der Aktien von Immobilienunternehmen mit Fokus Berlin angesichts des geplanten Mietendeckels für übertrieben.

ag