Harley Davidson

Gewinneinbruch und Gewinnwarnung Harley-Davidson auf der Suche nach Wachstum

Stand: 23.07.2019, 16:07 Uhr

Der Motoradhersteller hat es derzeit schwer, in Fahrt zu kommen. Die Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, dass das Geschäft weiter geschrumpft ist. Und weil die Nachfrage auch in den kommenden Monaten eher schwach erwartet wird, senkt Harley-Davidson seine Prognosen.

Statt 217.000 bis 222.000 abgesetzter Motorräder erwartet Harley-Davidson im laufenden Jahr nur noch den Verkauf von 212.000 bis 217.000 Stück der rollenden Kultobjekte. Auch auf der Ergebnisseite gab das Unternehmen am Dienstag den Anlegern eher magere Nachrichten mit. So soll die operative Marge nicht mehr acht bis neun Prozent, sondern nur noch sechs bis sieben Prozent erreichen.

Gewinn bricht weg

Das zweite Quartal zeigt, dass der Wachstumsmotor bei dem Konzern aus Milwaukee gehörig stottert. Der Zollstreit der USA mit internationalen Handelspartnern wie China und der EU setzt Harley-Davidson weiter stark zu. Im Berichtszeitraum brach der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um fast 20 Prozent auf 195,6 Millionen Dollar ein.

Harley-Davidson: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
28,59
Differenz relativ
-0,21%

Die Erlöse fielen um knapp sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Diesmal enttäuschte auch das Geschäft im Ausland, mit dem Harley-Davidson den schwachen US-Absatz in den Vorquartalen noch ganz gut hatte abfedern können. Im Heimatmarkt USA steht der traditionsreiche Hersteller wegen Produktionsverlagerungen ins Ausland schon länger im Kreuzfeuer der Kritik von Präsident Donald Trump. Der US-Präsident hatte im vergangenem Jahr sogar zum Boykott des Unternehmens aufgerufen.

Ein kleiner Lichtblick

Erhöhte Kosten durch Zölle zusammen mit der schwachen Nachfrage machen aber nun weiter Sorgen für das laufende Geschäftsjahr. Immerhin einen Lichtblick lieferte der Quartalsbericht: Das Unternehmen teilte mit, eine Genehmigung der EU erhalten zu haben, Motorräder künftig von Thailand nach Europa zu liefern, um so die hohen Zölle auf US-Güter zu umgehen. Allerdings habe dies deutlich länger als erwartet gedauert.

Die Harley-Aktie war im vergangenen Jahr auch nichts für die Anhänger. Binnen der vergangenen zwölf Monate hat das Papier rund sechs Prozent nachgegeben. Besserung scheint auch hier nicht in Sicht.

AB