Carl Icahn
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Übernahme durch Fujifilm abgeblasen Icahn triumphiert bei Xerox

Stand: 14.05.2018, 11:52 Uhr

Der aktivistische Investor Carl Icahn ist mit seiner Strategie wieder einmal erfolgreich: Beim Druckerhersteller Xerox hat Icahn die Übernahme durch den Partner Fujifilm vereitelt. Alles im Interesse der Anteilseigner - zu denen Icahn natürlich selbst gehört.

Um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag dürfte es für Icahn in Sachen Xerox gehen. Die Übernahme von Xerox durch den langjährigen Partner Fujifilm ist vereitelt. Für rund sechs Milliarden Dollar sollte Xerox unter das Dach eines Joint-Ventures der beiden Firmen schlüpfen. Der Preis, den Icahn und ein weiterer "aktivistischer" Investor, Darwin Deason im Sinn haben, liegt aber rund vier Milliarden Dollar höher. Und Icahn und Deason verfügen zusammen über rund 15 Prozent der Xerox-Anteile.

Vorstand muss gehen

Icahn hat sich auf den Einstieg bei vermeintlich unterbewerteten Unternehmen spezialisiert und spielt danach regelmäßig andere Investoren gegen das Management aus, um dann eine Aufspaltung oder Übernahme zu betreiben - oder auch zu verhindern, wie im Fall von Xerox. Am Sonntagabend wurde bekannt, dass der Druckerhersteller nach langem Ringen nicht mehr auf den Deal mit Fujifilm hinarbeiten wird. Das Management um Vorstandschef Jeff Jacobsen wurde damit komplett entmachtet, Jacobsen und ein Großteil der Führungsspitze sind zurückgetreten. Icahn teilte mit: "Wir sind sehr froh, dass Xerox letztendlich den unklugen Plan beendet hat, die Kontrolle über das Unternehmen an Fujifilm abzugeben."

Nun geht es für Icahn, Deason und den Rest der Investoren, die gegen die Übernahme Front gemacht haben, darum, ihr Investment zu vergolden. Laut Medienberichten könnte die Übernahme durch einen Finanzinvestor eine lukrative Lösung sein. Danach hat etwa die Privat-Equity-Größe Apollo Management Interesse an einem Kauf haben.

Preisvorstellungen übertrieben?

Ob die "mindestens zehn Milliarden Dollar", die die beiden Investoren zuletzt genannt hatten, auch zu erreichen sind, bleibt abzuwarten. Analyst Mitsushige Akino vom Finanzdienstleister Ichiyoshi Asset Management sieht hier durchaus ein Problem. Durch die Verflechtung sei es schwer, beide Firmen auseinanderzuhalten: "Icahn und Deason wollen einen höheren Preis, aber wir wissen nicht, ob sich das einlösen lässt."

In der Druckerbranche kriselt es seit Jahren. Internet, Tablet-PCs oder die Nutzung von Smartphones erfordern weniger Ausdrucke von Texten und Dokumenten. Größen der Branche wie Hewlett-Packard (HP) haben deshalb schon vor Jahren einen Strategieschwenk und Richtung Software und IT-Dienste gemacht. Ob Xerox mit seiner derzeitigen Ausrichtung zukunftsfähig ist, darf bezweifelt werden.

Die Xerox-Aktie knickt nach Bekanntwerden des Ausstiegs aus der Fusion am Montag nach anfänglichen Kursgewinnen deutlich ein. Der Titel hat sich in den vergangenen drei Jahren an der Börse glatt halbiert.

AB