IBM Q

Umsatzrückgang im ersten Quartal IBM: Cloud-Dienste enttäuschen

Stand: 17.04.2019, 09:26 Uhr

Beim Vorstoß in neuere Geschäftsfelder wie Cloud-Dienste oder Datenanalyse-Lösungen ist IBM im ersten Quartal nur schleppend vorangekommen - eine bittere Erkenntnis.

Der Umsatz sank im ersten Quartal im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, wie der IT-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit wurden die Prognosen klar verfehlt. Der Quartalsgewinn sank um fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, fiel damit aber noch etwas höher aus als erwartet.

Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursverlusten von 2,5 Prozent. Allerdings hat das Papier seit dem Tief Ende Dezember um ein Drittel zugelegt.

Probleme beim Umbau

IBM tut sich nach einem tiefgreifenden Konzernwandel schwer, mit neuen Geschäftsbereichen wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern abzufedern. Zudem drückt weiter der starke Dollar die Bilanz, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in die heimische Währung schmälert. Das US-Unternehmen macht den Großteil seines Umsatzes im Ausland.

IBM steckt weiter im Umbau von einem Hardware- zu einem Softwarekonzern. Dazu hat das Unternehmen im vergangenen Herbst Linux-Anbieter Red Hat übernommen. Mit 33 Milliarden Dollar ist es die größte Akquisition in der Konzerngeschichte. Das sind 190 Dollar pro Anteilsschein, obwohl die Red-Hat-Aktie zuvor nach einem tiefen Sturz nur noch mit 116 Dollar an der Börse notierte.

Bitteres Eingeständnis

Hinter dem Vorstoß bei Red Hat steht Experten zufolge ein für IBM bitteres Eingeständnis: Die mit viel Energie und Aufwand angebotene Künstliche Intelligenz "Watson" wird nicht ausreichen, um das Unternehmen auf neue Wachstumspfade zu schicken. Die erneut schwachen Quartalszahlen zeigen Analysten zufolge zudem, dass IBM Probleme hat, im Wachstumsmarkt Cloud-Computing den Vorsprung von Amazon und Microsoft aufzuholen.

Damit sei der Versuch von Konzernchefin Ginni Rometty, das Ruder mit interner Umstrukturierung und neuen Produkten herumzureißen, noch lange nicht geglückt.

lg