IBM-Deutschland-Zentrale in München

Heftiger Einbruch im ersten Quartal IBM: Geschäft "über Nacht" lahmgelegt

Stand: 21.04.2020, 10:54 Uhr

Als IT-Konzern, der sich zunehmend auf Software-Produkte spezialisiert hat, kann IBM eigentlich als "relativ immun" gegen die Coronakrise gelten. Doch bereits im Auftaktquartal 2020 hat den Konzern ein deutlicher Einbruch erwischt. Besserung ist aber in Sicht.

"Im März kamen unsere Software-Transaktionen nahezu über Nacht zum Erliegen", so der Finanzchef des US-Computer-Riesen IBM, James Kavanaugh, am Montagabend. IBM-Kunden hätten zunächst einmal die dringlichsten Probleme in der Krise in den Vordergrund gerückt - und offenbar an anderer Stelle eingespart.

Prognose: Fehlanzeige

In den drei Monaten bis Ende März sanken die Erlöse beim Konzern im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar (16,2 Milliarden Euro). Der Gewinn fiel um gut ein Viertel auf 1,2 Milliarden Dollar. IBM strich zudem die Jahresprognose. Die Aktie rutschte am Montag im nachbörslichen Handel um gut drei Prozent nach unten. Immerhin will das Unternehmen weiterhin eine Dividende ausschütten.

IBM macht sich aber weiter Hoffnungen, auf längere Sicht profitieren zu können, wenn Firmen als Folge stärker auf Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz setzen. Das ist nicht unberechtigt, denn auch im schwachen ersten Geschäftsquartal konnte IBM seinen Umsatz im Cloud-Geschäft um 19 Prozent steigern.

Cloud-Geschäft und künstliche Intelligenz

Die Krise habe den Unternehmen gezeigt, dass sie ihr Geschäft entschlossener modernisieren müssten - und hier wolle IBM mit Expertise bei künstlicher Intelligenz bereitstehen. Mit mehr Heimarbeit werde auch die Nachfrage nach Cloud-Diensten steigen. IBM hatte 2018 für mehr als 30 Milliarden Dollar den Linux-Spezialisten Red Hat gekauft, um sich in diesem Bereich zu verstärken. Das trieb allerdings auch die Schulden hoch: IBM stand zuletzt mit mehr als 60 Milliarden Dollar in der Kreide, während die Geldreserven bei zwölf Milliarden Dollar lagen.

Das Computer-Urgestein legte am Montag als erstes der US-Technologie-Riesen seine Zahlen für das erste Quartal vor. Die Ergebnisse spiegeln nur teilweise die aktuelle Lage wider, weil das Geschäft in den ersten Wochen noch nicht vom Coronavirus beeinträchtigt wurde.

Aktie immer noch besser als der Gesamtmarkt

IBM schwächelt schon lange im traditionellen Hardware-Kerngeschäft mit Servern und Großrechnern, verbucht aber immerhin starkes Wachstum in der Cloud-Sparte mit IT-Diensten im Internet. Quartale mit Geschäftszuwächsen sind wegen der weiter schwächelnden Hardware-Sparte aber schon seit Jahren selten.

Die IBM-Aktie hat sich, wie viele Technologietitel, seit Jahresbeginn aber deutlich besser als der Gesamtmarkt geschlagen. Das Minus liegt bei rund zwölf Prozent.

AB