IBM-Deutschland-Zentrale in München

Cloud und Sicherheitssoftware boomen IBM: Big Blue auf Wolke sieben

Stand: 19.07.2018, 10:41 Uhr

Kaum ein Technologieunternehmen hat eine so radikale Verwandlung seines Geschäftsmodells geschafft wie der einstige PC-Marktführer. IBM mischt inzwischen bei mehreren Zukunftstechnologien mit - und das gewinnträchtig.

Die Kontinuität, mit der Pionier in Sachen Computer inzwischen Erträge aus dem Geschäft mit ganz anderen Produkten und Dienstleistungen als Hardware zieht, setzt seit einigen Monaten die Anleger und Experten in Erstaunen. Im zweiten Quartal waren es 2,4 Milliarden Dollar, die netto in der Unternehmenskasse blieben, drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und auch mehr als Experten erwartet hatten.

Software, Beratung, Cloud

Bei den Umsätzen erreichte IBM im Quartal ein Plus von vier Prozent auf glatt 20 Milliarden. Die Umsatzverteilung in den einzelnen Geschäftsbereichen zeigt, wie breit der Konzern inzwischen aufgestellt ist. Neben Software-Produkten, die in vielen Unternehmen eingesetzt werden (4,6 Milliarden Dollar), spielen Beratungs-Dienste (4,2 Milliarden Dollar) weiterhin eine wichtige Rolle.

Dazu kommen immer mehr Programme und Dienste, die sich rund um die Themen Datenanalyse, künstliche Intelligenz und Cloud drehen. Hier lagen im Quartal mit 8,6 Milliarden Dollar die größten Teile des Umsatzkuchens. Allein das Cloud-Geschäft machte davon 4,7 Milliarden Dollar aus, und es wuchs im Vorjahresvergleich um rund 20 Prozent.

Das einstige Hauptstandbein, die Computer-Hardware, steuerte mit 2,2 Milliarden Dollar Umsatz gerade mal ein gutes Zehntel zum Gesamtgeschäft von IBM bei. Interessanterweise verzeichnen neue Server für Unternehmen oder Speicherdienste derzeit sogar ein üppiges Wachstum.

Aktie braucht noch mehr Schub

An der Börse kamen die Zahlen gestern nach US-Börsenschluss gut an. Experten wie Investoren freuten sich auch über einen bestätigten Jahresausblick. Anleger wissen Kontinuität zu schätzen, die liefert IBM nicht zuletzt durch seine beständige Dividende.

Der Kurs der Aktie holperte in den vergangenen Monaten um die Marke von 150 Dollar und schlug sich damit deutlich schlechter als der vieler anderer Tech-Riesen wie Amazon oder Facebook. Derzeit sieht es aber aus, als könne sich der Titel aus einer leichten Abwärtsbewegung endgültig nach oben absetzen.

AB