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Wer macht das Rennen? IAA: Sieben Städte bewerben sich

Stand: 20.01.2020, 08:27 Uhr

Stuttgart rechnet sich als Standort von Daimler, Porsche und Bosch gute Chancen aus, die nächste IAA ausrichten zu können. Doch auch sechs andere Städte buhlen um die Automesse - und können sich Hoffnung machen.

An guten Argumenten im Ringen um den nächsten Austragungsort der einst wichtigsten Automesse der Welt mangelt es den Stadtoberhäuptern nicht. "Wir sind die Heimatstadt der Mobilität", tönt Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Eine IAA, die künftig viele verschiedene Formen der Mobilität im Blick haben und sich stark um Nachhaltigkeit drehen solle, passe sehr gut zu Stuttgart. "Alles, was sich bewegt und nachhaltig unterwegs ist, heißen wir willkommen", betonte Kuhn.

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Potsdamer Platz, Berlin. | Bildquelle: Unternehmen

Doch damit ist die baden-württembergische Landeshauptstadt nicht allein. Auch Hamburg geht mit viel Selbstbewusstsein ins Ringen um die IAA. "Es wird schwer, an Hamburg vorbeizukommen, weil wir die Mobilitätsstadt Nummer eins in Deutschland sind", sagte Messechef Bernd Aufderheide der Deutschen Presse-Agentur.

Konzepte vorstellen

So oder so ähnlich argumentieren auch die Bürgermeister und Messechefs der anderen deutschen Städte, die die nächste Automesse in ihre Stadt holen wollen. Neben Frankfurt, wo die IAA zuletzt stattfand, bewerben sich noch Berlin, München, Köln, Hamburg, Stuttgart und Hannover.

Am 23. und 24. Januar müssen sich die sieben Städte beim Branchenverband VDA ihre Konzepte für die nächste Veranstaltung im Herbst 2021 präsentieren. Der Verband will zunächst eine Shortlist aus drei Bewerbungen erstellen und laut früherer Ankündigung noch im ersten Quartal den Zuschlag erteilen.

Von der Autoshow zur Mobilitätsplattform

Nach dem Misserfolg bei Publikum und Veranstaltern der letzten IAA im vergangenen Jahr in Frankfurt soll sich die Leistungsschau der Industrie in eine Mobilitätsplattform wandeln, möglicherweise auch an einem neuen Ort.

Der Verband verlangt umfassende Organisationskonzepte und Investitionen. Neben der klassischen Messe mit Autoschau und Kongressangeboten stellt sich die Industrie eine großzügige Freifläche mit Teststrecken und Parcours vor.

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Besucher sollen dort beispielsweise automatisiert fahrende Autos mit alternativen Antrieben oder neue Mobilitätsangebote in Praxistests erleben können. Die Automesse soll sich zur Mobilitätsplattform mausern.

Berlin und München machen sich große Hoffnungen

Die Hauptstadt Berlin wäre sicherlich der Austragungsort mit den heftigsten politischen Debatten - aber auch mit der größten Nähe zum politischen Machtzentrum. Berlins Messe hat aus Sicht von Geschäftsführer Christian Göke Erfahrung, neben der Schau auch ein Forum zu bieten. "Jeder soll sich hier äußern können", hieß es erst jetzt zur "Grünen Woche".

Auch die Hochschul- und Forschungslandschaft der Hauptstadt kann sich sehen lassen. "Neue Mobilität ist undenkbar ohne Wissenschaft und Forschung", sagte Müller der dpa. Dass ein Parteitag der in Berlin mitregierenden Grünen die IAA ablehnte, tangiere den Senat nicht.

Große Hoffnungen macht sich natürlich auch München. "Wir haben einen Fünf-Sterne-Flughafen", und "wir haben eines der besten und modernsten Messegelände, die es weltweit gibt", sagte Messechef Klaus Dittrich. Mit BMW, Audi, MAN und vielen Zulieferern sei Bayern ein wichtiger Standort der Autoindustrie.

lg/dpa