Hyundai Veloster

Bis 2025 insgesamt 44 Modelle Hyundai startet neue E-Offensive

Stand: 03.01.2020, 11:24 Uhr

Einer der größten Autokonzerne weltweit startet mit großen Ambitionen ins neue Jahr. In den kommenden fünf Jahren wollen die Koreaner umgerechnet etwa 77 Milliarden Euro in elektrische Antriebe investieren. Die Offensive aus Asien könnte zur Gefahr für deutsche Hersteller werden.

Zuletzt sind die Gewinne der Hyundai-Gruppe, zu der unter anderen die Marken Hyundai und Kia gehören, immer weiter zurückgegangen. So fiel der Profit der Marke Hyundai 2018 um 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar dürfte sich der Gewinn 2019 etwas erholt haben, Experten prognostizieren aber einen geringeren Absatz. Mit der neuen Elektro-Offensive, die der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Chung Eui-sun am Donnerstag vorstellte, stemmt sich der südkoreanische Autobauer gegen den Abstieg.

Hyundai: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
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Vorhaben bereits 2019 bekanntgeworden

Schon Anfang Dezember war bekanntgeworden, dass die Gruppe massiv in die Entwicklung elektrischer und autonomer Fahrzeuge investieren will. Mit einem geplanten Jahresabsatz von 670.000 Fahrzeugen wolle sich der Konzern bis 2025 unter den Top drei der weltweit führenden Hersteller von Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeugen platzieren.

Hyundais Ziel: 44 E-Auto-Modelle bis 2025

Hyundai kündigte zudem an, bis 2025 insgesamt 44 Modelle im E-Auto-Segment anzubieten. Damit würde das Unternehmen sein bisheriges Angebot beinahe verdoppeln. Schon früher will die Gruppe das autonome Fahren marktfähig machen: 2023 soll es laut Chung soweit sein.

Hyundai will Führungsrolle übernehmen

Das Ziel der Hyundai-Gruppe sei es, dass der Konzern eine Führungsrolle bei elektrisierten Antrieben, dem autonomen Fahren und im Bereich der Brennstoffzelle einnehmen will. "Für die Hyundai-Motor-Gruppe ist 2020 das erste Jahr für die Sicherung ihrer industriellen Führerschaft", kündigte Chung an.

Kein leichter Weg, aber gute Voraussetzungen

Leicht wird das Vorhaben Hyundais allerdings nicht. Denn aufgrund der besonderen Umstände in der Automobilbranche schrecken zurzeit einige Investoren zurück. Aktuell besteht die Schwierigkeit für die großen Hersteller darin, gleichzeitig an Verbrennungsmotoren festzuhalten, um aus den Erlösen dieser verkauften Fahrzeuge die Elektromobilität voranzubringen.

Hyundai Ioniq - 2019 dank Facelift mit noch mehr Reichweite und Alltagstauglichkeit. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Hyundai hat für seine Pläne aber eine gute Startposition. 2019 hatten die Koreaner bereits 24 Modelle mit E-Antrieben auf dem Markt. Weit mehr als die deutschen Autobauer Daimler oder VW, die zwar zuletzt auch massive Investitionen in die Elektromobilität ankündigten, derzeit allerdings die ersten konkurrenzfähigen E-Autos auf den Markt bringen.

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Deutsche Hersteller müssen wachsam sein

Zwar geht es in Deutschland aktuell auch in Sachen E-Mobilität voran, allerdings haben sich die Autobauer hierzulande zu lange auf den alten Erfolgen ausgeruht. Wie erfolgreich die Strategien der Konzerne sein werden, wird sich noch zeigen. Sicher aber ist: Daimler tut sich schwer.

Mit großem Aufwand hatte Mercedes den langersehnten E-Hoffnungsträger EQC umworben. Doch Daimler wird kritisiert, die E-Mobilität nur halbherzig anzugehen. Vor allem die Reichweite im Praxisbetrieb und die Art der Aufladung des neuen Modells EQC stoßen auf Gegenwind.

Mercedes EQC

Daimlers E-Auto: Mercedes EQC. | Bildquelle: picture alliance / dpa

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