Ein Mann geht am Eingang zum Hugo Boss-Fabrikverkauf in Metzingen vorbei

Weihnachtsquartal überrascht positiv Hugo Boss kommt langsam wieder in Mode

Stand: 22.01.2019, 08:04 Uhr

Der Modekonzern kämpft weiter mit schwierigen Märkten und den eigenen Kosten. Aber das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres macht Hoffnung. Einige Anleger greifen bei der Aktie auch schon wieder zu.

"Wir haben unser Wachstumstempo erhöht und unsere Jahresziele, auch dank eines sehr guten vierten Quartals, erreicht" so Firmenchef Mark Langer am Dienstag. "Wir sind überzeugt, 2019 und darüber hinaus nachhaltig und profitabel zu wachsen." So viel gute Stimmung war lange nicht bei der Boss-Aktie. Der Titel steigt im frühen Handel um fast vier Prozent und überspringt wieder einmal klar die Marke von 60 Euro. Der Titel scheint nach einem Mehrjahrestief von knapp 53 Euro zu Jahresbeginn nun die Chance auf einen Ausbruch aus einem mehrmonatigen Abwärtstrend zu haben.

Umsätze höher als gedacht

Nach einem Umsatzplus im vierten Quartal von sieben Prozent lagendie Umsätze von Hugo Boss im Gesamtjahr nach vorläufigen Zahlen bei 2,8 Milliarden Euro. Dies war zwar lediglich zwei Prozent oberhalb der Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Doch das war mehr als Analysten geschätzt hatten.

Operativ, also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und Sondereffekten soll das Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Das hatte 491 Millionen Euro betragen. Zuvor hatte der Vorstand einen Rückgang aber auch ein leichtes Plus für möglich gehalten.

Margenerhöhung im Visier

Die sehr heißen Sommermonate in Zentraleuropa hatten Boss, wie auch die Wettbewerber, ausgebremst und Rabattschlachten nach sich gezogen, die auf die Margen drückten. Der schwäbische Modekonzern plant bis 2022, den Umsatz währungsbereinigt im Schnitt um fünf bis sieben Prozent zu steigern und die operative Ergebnismarge auf 15 Prozent von derzeit rund zwölf Prozent zu erhöhen.

Online-Handel und China

Vor allem das Online-Geschäft soll Boss dabei auf die Sprünge helfen. Dabei hat das Unternehmen weiterhin die höchsten Wachstumsraten. Im vierten Quartal wuchs der Internethandel um 37 Prozent. Regional setzt Hugo Boss weiterhin auch auf die China-Karte. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum hier flächen- und währungsbereinigt im "hohen einstelligen Prozentbereich". In Deutschland dagegen läuft das Geschäft in einem "herausfordernden Umfeld" lediglich "stabil".

Seine vollständige Bilanz will der Modekonzern am 7. März veröffentlichen und dann auch die Prognose für 2019 bekannt geben.

AB