HSBC-Zentrale in London
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Neue Aktienrückkäufe geplant HSBC strotzt vor Stärke

Stand: 31.07.2017, 08:51 Uhr

Was für ein Kontrast: Während die Deutsche Bank sich über einen Quartalsgewinn von ein paar Hundert Millionen Euro freut, schafft die in London ansässige HSBC im gleichen Zeitraum mehrere Milliarden.

Dank ihres starken Asien-Geschäfts hat die Bank zwischen April und Juni einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht. Im zweiten Quartal legte der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zu. Damit verdiente die Bank mehr als Experten erwartet hatten. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat im letzten Quartal 466 Millionen Euro verdient.

Damit strotzt die Bank weiter vor Kapital und Stärke. HSBC-Chef Stuart Gulliver kündigte nach dem Gewinnsprung einen weiteren Aktienrückkauf über bis zu zwei Milliarden Dollar bis Ende des Jahres an. Damit steigt das Volumen des Aktienrückkaufprogramms seit Mitte 2016 auf 5,5 Milliarden Dollar, wie die Bank am Morgen mitteilte.

Zeichen von finanzieller Stärke

Der Rückkauf von eigenen Anteilen ist ein Zeichen von finanzieller Stärke, da die Bank anders als viele Konkurrenten genügend Kapital an Bord hat, um die künftig strengeren Vorgaben zu erfüllen. Damit setzt sich die HSBC von vielen europäischen Konkurrenten wie der Deutschen Bank oder Credit Suisse ab, die jüngst erst neue Aktien platzierten mussten, um die Bilanz aufzubessern.

Leisten kann sich die Bank das wegen der gut laufenden Geschäfte. Wegen des bevorstehenden Brexit will die Bank etwa 1.000 Stellen nach Paris zu verlegen. "Es gibt rund 1.000 Mitarbeiter von insgesamt 43.000 in Großbritannien, die im Falle eines harten Brexits unsere Geschäfte nicht mehr legal aus London machen könnten", sagte Vorstandschef Gulliver der "Financial Times".

Teuerste Bank

Marktbericht neutral
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Börse 11.00 Uhr HSBC hat Spendierhosen an

Mit einer Börsenbewertung von 165 Milliarden Euro ist HSBC die mit Abstand wertvollste Bank in Europa. Die Commerzbank bringt gerade einmal 14 Milliarden Euro auf die Waage. Langfristig orientierte Anleger haben mit den HSBC-Aktien aber kein Geld verdient - es sei denn sie sind Anfang 2016 eingestiegen. Seitdem haben sich die Papiere - wie die der meisten europäischen Institute - deutlich verteuert und erreichen wieder ihren Stand von 2013.

Goldman Sachs hat das Kursziel für HSBC kürzlich von 740 auf 755 Pence angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Seine erhöhten Gewinnschätzungen (EPS) für die Jahre 2017 bis 2020 reflektierten vor allem die freundlichen Markttrends im Privatkunden- und Vermögensmanagement-Geschäft in Asien.

lg