HSBC-Zentrale in London
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Gewinneinbruch HSBC mit Hiobsbotschaften

Stand: 28.10.2019, 07:18 Uhr

Die britische Großbank HSBC hat einen Gewinneinbruch erlitten und ihr Renditeziel gekappt. Die Negativnachrichten von Europas größter Bank lassen aufhorchen, zeigen sie doch auch die Folgen des Handelskriegs.

Derzeit sei nicht davon auszugehen, dass im kommenden Jahr eine Eigenkapitalrendite von mehr als elf Prozent zu erreichen ist, teilte die HSBC am Montag in London mit.

Zur Begründung verwies Europas größte Bank auf die Konjunkturschwäche in einigen wichtigen Ländern, die durch den Handelskrieg zwischen China und den USA ausgelöste Unsicherheit und die niedrigen Zinsen.

Erwartungen verfehlt

Bereits im dritten Quartal hatten diese Probleme das Ergebnis der Bank belastet. Der Nettogewinn sackte in den drei Monaten per Ende September um 24 Prozent auf 2,97 Milliarden Dollar ab. Analysten hatten im Schnitt rund 1 Milliarde Dollar mehr erwartet.

Der um Sonderposten und Wechselkurseffekte bereinigte Vorsteuergewinn fiel um 12 Prozent auf 5,35 Milliarden Dollar. Die Erträge gaben um 3,2 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar nach.

Neues Sparprogramm?

Während das Asiengeschäft "in einem schwierigen Umfeld relativ gut" abgeschnitten habe, sei Europa "nicht akzeptabel" gewesen, sagte HSBC-Interimschef Noel Quinn. Die britische Großbank hatte erst im August überraschend ihren Chef John Flint vor die Tür gesetzt.

Interimschef Quinn soll an einem neuen Sparprogramm arbeiten. Dabei könnten bis zu 10.000 Stellen zusätzlich wegfallen, vor allem in Europa, wie die "Financial Times" Anfang Oktober berichtet hatte.

"Erhebliche Belastungen"

Von HSBC-Seite war dazu heute nun lediglich zu vernehmen, dass im vierten Quartal wegen des geplanten Umbaus von einigen Bereichen der Bank mit "erheblichen Belastungen" zu rechnen sei.

Die HSBC-Aktie reagiert auf diese Neuigkeiten mit Kursverlusten. Im Hongkonger Handel fällt das Papier um 2,2 Prozent.

ag