Kevin Spacey und Robin Wright in der Fernsehserie
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Preisgekrönte Dramaserie "House of Cards": Netflix zieht den Stecker

Stand: 01.11.2017, 08:18 Uhr

Manche Serien überleben kaum ein paar Folgen, für "House of Cards" vom Streamingdienst Netflix kommt jetzt nach sechs Staffeln das Aus. Dem preisgekrönten Polit-Drama ging langsam die Luft aus.

Netflix erklärte, die Entscheidung für ein Ende der Serie sei schon vor Monaten gefallen. Nach einer sehr starken ersten Staffel nahm das Niveau der Serie ab, trotz großer Szenen war die eigentliche Geschichte bald erzählt. Wie so viele Serien erlitt auch "House of Cards" das Schicksal, irgendwie weitergehen zu müssen.

Mit Blick auf die sechste Staffel teilte Netflix auf Twitter aber nun mit, dass diese Produktion "bis auf Weiteres" unterbrochen werde, um "die derzeitige Situation zu überprüfen" sowie Sorgen der Besetzung und der Crew anzusprechen. Es wird vermutet, dass bei dem Entschluss auch die zeitgleich bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey eine Rolle gespielt haben könnten.

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Dessen Schauspielerkollege Anthony Rapp hat Spacey eines sexuellen Übergriffs vor rund 30 Jahren beschuldigt. Er, Rapp, sei bei dem mutmaßlichen Übergriff im Jahr 1986 in New York 14 Jahre alt gewesen und Spacey 26. Der Oscar-Preisträger Spacey outete sich kurz nach den Vorwürfen als schwul. Netflix und Media Rights Capital hatten sich "zutiefst beunruhigt" bezeigt über die Vorwürfe.

Die letzten 13 Episoden von "House of Cards" sollten laut "Hollywood Reporter" 2018 zu sehen sein. Spacey spielt in der Serie an der Seite von Robin Wright den skrupellosen Präsidenten Underwood. Laut einem Bericht des Magazins "Variety" sind mindestens drei sogenannte Spinoffs im Gespräch, um die Geschichte einiger "House of Cards"-Charaktere fortzuschreiben.

Einstiges Flaggschiff

Fototapete mit Figuren aus der Netflix-Serie

Netflix. | Bildquelle: Unternehmen

Die 2013 gestartete Serie des Streaming-Anbieters Netflix ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Michael Dobbs und einer britischen TV-Serie. Sie dreht sich um den skrupellosen US-Politiker Frank Underwood (Kevin Spacey) und seine abgebrühte Frau Claire (Robin Wright). Intrigen, taktisches Geschacher und geheime Deals beherrschen die bisherigen fünf Staffeln.

Die Serie war vor allem mit den ersten Staffeln ein Flaggschiff des Unternehmens. "House of Cards" war die erste eigens von Netflix produzierte und verbreitete Serie - und nach viereinhalb Jahren zugleich die dort am längsten laufende. Zusammen mit "Tote Mädchen lügen nicht", "Stranger Things" und "Black Mirror" zählte sie auch zu den erfolgreichsten Serien bei Netflix.

Die an der Nasdaq gelistete Neflix-Aktie reagierte bisher kaum auf die Nachricht. Das papier gehört zu den erfolgreichsten Notierungen im Nasdaq 100, hat es sich doch auf Jahresbasis beinahe verdoppelt.

lg

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