London Stock Exchange

Übernahmeversuch abgeblasen Hongkonger Börse verzichtet auf Londoner Rivalen

Stand: 08.10.2019, 07:44 Uhr

Der Deal zwischen dem Hongkonger Börsenbetreiber HKEX und dem britischen Konkurrenten LSE ist geplatzt – das LSE-Management war vom Milliardendeal nicht zu überzeugen. Die Anleger sind erleichtert.

Der Aktienkurs von HKEX zog nach der abgeblasenen Börsen-Hochzeit um fast drei Prozent an, während der Hongkonger Börsenindex Hang Seng lediglich um knapp ein Prozent zulegte. "Der Preis wurde etwas zu hoch, so dass es gut für die Aktionäre ist, dass sie sich gegen das Geschäft entschieden haben", sagte Analyst Hao Hong vom Handelshaus Bocom International. Er rechnet damit, dass sich das Unternehmen nun nach anderen Übernahmemöglichkeiten umsehen wird.

HKEX hatte 39 Milliarden Dollar für die Übernahme geboten. Man sei nach wie vor der Ansicht, dass ein Zusammengehen der beiden Börsen strategisch richtig gewesen wäre, so die Stellungnahme des Managements.  

Eine Fusion hätte nicht nur einen weltweit führenden Finanzmarktkonzern entstehen lassen, sondern auch beide Geschäfte gestärkt, hatte die Hongkonger Börse bei der Vorlage ihres ersten Angebots argumentiert. Eine Transaktion wäre dabei im Interesse aller Anteilseigner, betonte der Betreiber.

Vielleicht ein zweiter Anlauf?

Die Hongkonger hatten im September überraschend für den Londoner Konzern geboten. Das Angebot sollte aber nur zum Tragen kommen, wenn die LSE auf die 24 Milliarden Euro teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv verzichtet. Dieser Zukauf war aber im Sommer in großer Einigkeit beschlossen und von den Aktionären gefeiert worden.

Analysten und Anleger waren deshalb von Beginn an skeptisch, was die Chancen der Asiaten anging. "Wenn der Refinitiv-Deal überraschend nicht genehmigt wird, könnte HKEX einen erneuten Anlauf unternehmen", sagte der Analyst von China Galaxy Securities, Chi Man Wong, mit Blick auf die laufenden Prüfungen des Deals durch die Aufsichtsbehörden.

ts/dpa-AFX/rtr