Mark Zuckerberg im Facebook Messenger Chat

Der nächste Digitalisierungsschub Zuckerberg und der Trend zum Heimbüro

Stand: 22.05.2020, 10:12 Uhr

Facebook-Chef Mark Zuckerberg rechnet damit, dass in zehn Jahren jeder zweite seiner Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten wird. Die gesamte Tech-Branche wittert neue Geschäftsmöglichkeiten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass die Corona-Krise einen langfristigen Wandel hin zur Arbeit außerhalb des Büros angestoßen hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Facebook-Beschäftigte so arbeiten werde, sagte Zuckerberg in einem Interview des Technologieblogs "The Verge".

Im Gespräch mit "The Verge" betonte Zuckerberg, dass sich das Arbeiten von Zuhause als effizienter als erwartet erwiesen habe. "Einige Leute dachten, dass alles auseinanderfallen wird - aber das passierte nicht." In der Corona-Krise wechselten mehr als 90 Prozent der Facebook-Beschäftigten ins Homeoffice.

Zuvor hatte beispielsweise Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen könnten, wenn ihre Aufgaben dies zulassen. Facebook möchte natürlich selber Teil des Geschäfts sein und kündigte, inspiriert vom Erfolg des Videodienstes Zoom, einen eigenen Video-Chatdienst an.

Und wieder Digitalisierungsschub

Während der Berichtssaison konnten einige Unternehmen aus der Tech-Branche glänzen, die die Bedürfnisse der neuen Heimarbeitswelt befriedigen können. So überzeugte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia gerade mit ausgezeichneten Zahlen. In Deutschland lief der IT-Dienstleister Bechtle samt Aktie zu Höchstform auf.

Homeoffice

Homeoffice: Herrscher über zwei Engeräte. | Bildquelle: picture alliance / Sebastian Gollnow / dpa

Der chinesische PC-Marktführer Lenovo stieg der Umsatz für Notebooks deutlich an. Das Management erwartet einen längeren Auftrieb durch die Krise. Lenovo-Manager Mirko Krebs geht davon aus, dass es auch mehr Geschäft durch die Digitalisierung von Schulen und den Ausbau von Rechenzentren geben werde.

Microsoft profitierte ebenfalls vom Trend und sieht sich ebenfalls an der Spitze der Bewegung. CEO Stan Nadella sagte jüngst, die Software-Entwickler seien in Zeiten wie diesen "digital first responders". Insbesondere die Cloudplattform Azure, aber auch der Videodienst Teams wird in Verbindung mit weiteren Office-Produkten eine große Rolle spielen.      

Konzerne werden die Welt gestalten

Aber es geht nicht nur um die digitale Heimarbeit, die Kassen der Tech-Branche klingeln lässt. Bildung, personalisiertes Lernen und vor allem der Bereich Telemedizin bieten ein breites Feld, auf dem insbesondere die Internetgiganten Facebook, Apple, Google oder Microsoft die Welt mitgestalten wollen. Die Corona-Krise eröffnet diesbezüglich ganz neue Chancen, weil die Bereitschaft der Menschen gestiegen sein dürfte, noch mehr auf Technologie zu setzen.

So stellten Apple und Google jüngst den Gesundheitsbehörden weltweit eine Plattform zur Rückverfolgung von möglichen Corona-Kontaktpersonen bereit. Dass die Technologie-Konzerne, die technologische Infrastruktur bereit stellen, zu den Profiteuren der Pandemie gehören werden, ist längst sicher.

ts