Home24-Börsengang

Positives Ebitda Home24 schafft die Wende

Stand: 11.02.2020, 11:07 Uhr

Seit dem Börsengang im Sommer 2018 sind die Aktien von Home24 deutlich abgesackt. Am Dienstag springen die Papiere fulminant nach oben. Der Online-Möbelhändler hat im abgelaufenen Quartal erstmals operativ schwarze Zahlen geschrieben.

Da dürfte sich Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer freuen: Das Online-Möbelkaufhaus Home24, an dem Rocket gut elf Prozent hält, schreibt endlich schwarze Zahlen - wenn auch nur operativ. Im vierten Quartal verdienten die Berliner auf Ebitda-Ebene 2,5 Millionen Euro. Die bereinigte Ebitda-Marge lag bei zwei Prozent.

Ein Fünftel mehr Umsatz

Der währungsbereinigte Umsatz legte um 21 Prozent auf 109 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr stiegen die Erlöse um ein Fünftel auf 372 Millionen Euro.

Für 2020 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 15 bis 20 Prozent. Das bereinigte Ebitda soll in der Spanne von plus bis minus zwei Prozent liegen.

Aktien schießen nach oben

Die Anleger reagieren auf das Zahlenwerk von Home24 begeistert: Die Aktien springen um sieben Prozent nach oben. Zeitweise waren die Papiere rund elf Prozent im Plus. Mit 6,19 Euro notiert der Kurs immer noch weit unter den Niveau zum Börsengang im Sommer 2019. Damals kamen die Aktien zu 23 Euro an die Börse.

Home24 durchlief nach dem IPO turbulente Zeiten durch hohe Investitionen in neue Lagerstandorte, Software und erhöhte Marketingausgaben, die auf das Wachstum drückten.

Appelhoff prophezeit "Möbelhaus-Sterben"

Home24-Chef Marc Appelhoff sieht den Online-Handel mit Möbeln noch ganz am Anfang. Derzeit mache das Geschäft im Internet in Europa nur einen Anteil von rund sechs Prozent am Gesamtmarkt aus. Das werde sich bald ändern. Appelhoff sagt eine schwere Zeit für die klassischen Möbelhändler voraus. "Es wird ein weiteres Möbelhaus-Sterben geben, weil es insgesamt zu viel Verkaufsfläche gibt, und der Kunde nicht mehr raus aus der Stadt fahren will", erklärte er kürzlich in einem Interview.

nb