Home Depot

Heimwerker gibt's immer Home Depot: Eigentlich läuft doch alles

Stand: 19.05.2020, 14:46 Uhr

Mehr Umsatz, etwas weniger Gewinn, eine Aktie nahe dem Rekordhoch und nach Ansicht des Managements gut gerüstet für die Zukunft. Dennoch streicht die US-Baumarktkette die Prognose für 2020.

Die US-Baumarktkette Home Depot zieht ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurück. Hintergrund seien die Unsicherheiten angesichts der Corona-Pandemie. Dennoch stiegen die Umsätze im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 28,3 Milliarden Dollar, was die Analystenschätzungen übertraf. Mit einem Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar blieben dem Anbieter für Heimwerkerbedarf unter dem Strich allerdings 10,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Der Nettogewinn je Aktie lag bei 2,08 Dollar - 2,27 Dollar waren es im Vorjahr gewesen. Analysten hatten Home Depot vorab einen Nettogewinn von 2,30 Dollar je Anteilsschein zugetraut.

Gut für Krise gerüstet

Home Depot-CEO Craig Menear

Home Depot-CEO Craig Menear. | Bildquelle: Unternehmen

Das Management habe angesichts der Pandemie frühzeitig Maßnahmen ergriffen und unter anderem die Zahl der Kunden beschränkt. Das frühe und flexible Reagieren habe aber dazu geführt, dass Home Depot in der Krise gut gerüstet sei, sagte CEO Craig Menear.

Allerdings würden sich Kundenbeschränkungen sicher auch auf die Umsätze auswirken, heißt es. Dazu kommen zusätzliche Kosten, weil Home Depot angesichts der Krise seine Mitarbeiter unterstützt. Unter anderem gewährt der Konzern älteren Beschäftigten, die zur Risikogruppe gehören, bezahlte Freizeit und erhöht die Überstundenvergütung. Insgesamt belaufen sich die Kosten den Angaben zufolge auf bis zu 640 Millionen Dollar nach Steuern.

Aktie trotzdem nahe Rekordhoch

An der Quartalsdividende von 1,50 Dollar je Aktie hält das Management allerdings fest – trotz der gestrichenen Prognose für 2020. Am Dienstag verloren die Home-Depot-Aktien vorbörslich bis zu 2,6 Prozent. Erst im Februar notierte die Aktie mit 247,02 auf dem bisher höchsten Stand, stürzte danach aber um bis zu 38 Prozent ab. Am Montag schloss der Kurs des Home-Depot-Anteilsscheins bei 245,35 Dollar – also nicht weit weg vom Rekordhoch. Die Streichung der Prognose dürfte ein leichter Dämpfer sein. Doch die Nachfrage nach Heimwerkerprodukten scheint in Zeiten von Corona hoch zu sein. Auch Hornbach glänzte am Dienstag mit seinen Zahlen.

ms/dpa-AFX