Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf einem Feld aus

Glyphosat-Prozess vertagt Hoffnung bei Bayer

Stand: 07.10.2019, 07:47 Uhr

Dreimal wurde Bayer in den USA bereits wegen dem Unkrautvernichter Glyphosat zu Schadenersatz verurteilt. Nun wurde der nächste Prozess vertagt. Das gilt als Hoffnungssignal für eine außergerichtliche Einigung.

Der für den 15. Oktober vor einem Gericht in St. Louis/US-Bundesstaat Missouri geplante weitere Prozess um das glyphosathaltige Mittel Roundup von Monsanto wurde auf Anfang 2020 vertagt, sagte der Jurist Kenneth Feinberg dem "Handelsblatt". Er wurde beauftragt, die Chancen einer außergerichtlichen Einigung mit den Klägeranwälten auszuloten.

Die Vertagung eines weiteren Prozesses gilt dem Bericht zufolge als Beleg dafür, dass Bayer und die Anwälte der Kläger auf einen außergerichtlichen Vergleich zusteuern und dabei vorankommen. Dieser Vergleich soll in dem Mediationsverfahren unter Leitung des erfahrenen Anwalts Feinberg ausgehandelt werden.

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Zum Stand der Gespräche im Fall Glyphosat wollte sich der Jurist nicht konkret äußern. "Die globalen Vergleichsverhandlungen laufen weiter", sagte er lediglich. In Kreisen der beteiligten Parteien hieß es dem Bericht zufolge aber, ein Termin für eine Einigung stehe nicht fest, es könnte jedoch schon Ende Oktober in der Vergleichssache Neuigkeiten geben.

Der 73-jährige Jurist Feinberg ist Experte: Mit einem Fonds für US-Soldaten, die in Vietnam durch Agent Orange erkrankten, wurde er berühmt. Später handelte er Entschädigungen für die Opfer der Umweltkatastrophe durch die Bohrinsel Deepwater Horizon und der Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA aus.

Aktie steigt

Parallel zu den Verhandlungen werben die Klägeranwälte intensiver denn je um neue Klienten. Damit wollen sie den Druck erhöhen auf eine außergerichtliche Einigung erhöhen und die Vergleichssumme nach oben treiben. Die Zahl der anhängigen Klagen wegen Roundup wird mittlerweile auf über 20.000 geschätzt. Bayer hatte zuletzt mit Stand 11. Juli von 18.400 Klagen berichtet.

Bei den gebeutelten Bayer-Aktionären kommt die Nachricht gut an. Die Aktie steigt im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate um über zwei Prozent.

lg/dpa-afx