Uli Hoeneß

Präsident des FC Bayern handelt wieder mit Aktien Uli Hoeneß: "Montags ist mein Investitionstag"

Stand: 19.08.2019, 10:34 Uhr

Zweistellige Millionenbeträge soll Uli Hoeneß einst mit Aktien- und Währungsgeschäften verdient haben. 2014 landete der Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München im Gefängnis, weil er seine Gewinne nicht korrekt versteuerte. Nun gibt Hoeneß an der Börse sein Comeback.

Es war der Aufreger im März 2014: Uli Hoeneß, eine Größe im deutschen Fußball und Präsident des Rekordmeisters FC Bayern München, wird wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Nach knapp zwei Jahren kommt er vorzeitig aus dem Gefängnis frei.

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Er habe seine Lehren daraus gezogen, sagt Hoeneß in einem Interview mit der Anlegerzeitung "Euro am Sonntag": "Ich bin jetzt kein Spekulant mehr." Sein Aktienanteil sei aktuell bei fast 100 Prozent. "Ich manage mein Vermögen", so der Bayern-Boss. Er sei mittlerweile ein konservativer Anleger mit Blue Chips und vielen Dividenden-Titeln. Früher war das anders.

Da habe er mit sehr großen Beträgen gehandelt. 2003 überwiesen deutsche und ausländische Unternehmen Hoeneß nach Angaben der "Bild" insgesamt 900.000 Euro allein an Dividende. Dazu kamen seine Geschäfte als Zocker. "Ich habe in Devisen spekuliert und die Erlöse daraus in Aktien investiert", erklärte Hoeneß vor einigen Jahren. "Das war der Kick, pures Adrenalin. Ich habe sogar nachts mit der Bank telefoniert und die Kurse auf einem Pager beobachtet."

Südzucker ist sein bestes Papier

Da er in den Jahren 2003 bis 2009 versuchte, seine Gewinne dem Finanzamt vorzuenthalten, kam Hoeneß ins Gefängnis. Heute ist der ehemalige Fußballprofi wieder an der Börse aktiv - mit einer anderen Strategie. Anlageideen kämen ihm immer am Sonntag, wenn er sich zwei bis drei Stunden Zeit nehme, die Zeitung zu lesen. Die bespreche er mit zwei Vertrauten und entscheide danach aus dem Bauch heraus. "Montags ist meistens mein Investitionstag", so Hoeneß. Es käme aber auch mal vor, dass er wochenlang gar nichts mache.

Sein bestes Investment? "Ich glaube, das war Südzucker. Die Aktie habe ich bei etwa 11,50 Euro gekauft und später bei circa 25 Euro verkauft. Das war ganz schön", erzählt Hoeneß dem "Euro". Einen Tipp für Anleger hat er auch noch parat: "Nie eine Aktie kaufen, die man nicht kennt!"

Für den Fußball sieht Hoeneß weiter ein milliardenschweres Wachstumspotenzial - vor allem bei der Vergabe der künftigen TV-Rechte. "Vielleicht kommen eines Tages auch Amazon, Apple, Comcast, Disney, Google oder Netflix dazu. Das sind alles Firmen, die ihren Nutzern Inhalte zur Verfügung stellen. Wenn die den Fußball für sich entdecken, werden wir noch über ganz andere Beträge reden", meint der Bayern-Präsident. Da spiele eine Milliarde Euro keine Rolle mehr.

tb