Hochtief bietet um Abertis
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Bauen auf die Maut Hochtief will die Milliarden-Übernahme

Stand: 18.10.2017, 15:37 Uhr

Der deutsche Baukonzern mit der spanischen Mutter ACS macht das erwartete Milliardenangebot für den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis. Rund 17 Milliarden Euro schwer soll die Übernahme sein. Die Hochtief-Aktie verliert kurz und dreht dann deutlich ins Plus.

Kurz nach Bekanntwerden der Offerte ging die Aktie des deutschen Baukonzerns um rund zwei Prozent in die Knie, erholte sich dann aber wieder und notiert derzeit sogar vier Prozent höher. Die Milliardenübernahme dürfte für das Unternehmen ein Kraftakt werden, so viel scheint aber klar.

Aufsichtsrat gibt grünes Licht

Dass Hochtief für Abertis bieten würde, war allerdings am Markt erwartet worden. Der Aufsichtsrat hat am Mittwoch grünes Licht für ein Gebot gegeben. Dabei bietet Hochtief 18,76 Euro je Aberits-Aktie, das ist ein kleiner Aufschlag auf den bisherigen Kurs von 17,50 Euro vor Bekanntwerden des Angebots.

Hochtief, das seit sechs Jahren mehrheitlich der spanischen ACS gehört, will sein Mautstraßengeschäft mit dem Deal weiter ausweiten. Man muss kein Prophet sein, um Hochtiefs Argumentation abzusehen. Der Konzern betreibt Mautautobahnen in Deutschland, Nordamerika und Australien, während Abertis in Spanien, Südamerika und Indien stark vertreten ist.

Übernahmeschlacht im Anmarsch?

Mit dem Angebot von Hochtief über rund 17,1 Milliarden Euro wird eine Offerte der italienischen Benetton-Familie in Höhe 16,3 Milliarden Euro gekontert. Deren Investment-Vehikel Atlantia hatte aber bereits signalisiert, wenn nötig noch einmal nachzulegen. Gut möglich also, dass Hochtief und ACS eine Übernahmeschlacht bevorsteht.

Der spanischen Regierung würde ein neuer Eigentümer ACS/Hochtief nach Medienberichten wohl lieber sein als ein Verkauf von Abertis nach Italien. Das Hochtief-Management unter Vorstandschef Hochtief-Vorstandschef Marcelino Fernández Verdes ist ebenso wie Aufsichtsratschef Pedro López Jiménez gut mit Ministerpräsident Mariano Rajoy bekannt.

AB