HNA Group-Zentrale

Deutsche-Bank-Aktionär in Geldnot HNA will durch Milliardenverkäufe an Geld kommen

Stand: 31.01.2018, 14:35 Uhr

Der chinesische Mischkonzern HNA hat bereits vor einem Engpass in Milliardenhöhe gewarnt. Jetzt will der Deutsche-Bank-Großaktionär wohl so einiges los werden, um an Geld zu kommen. Die Rede ist von einem zweistelligen Milliardenbetrag.

Dem Großaktionär der Deutschen Bank fehlt Geld: 2,4 Milliarden Dollar, um genau zu sein. Der Liquiditätsengpass könnte aber noch größer sein als zuvor angedeutet. HNA will nun milliardenschwere Vermögenswerte verkaufen, verrieten Insider der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dadurch sollen rund 16 Milliarden Dollar in die Kasse fließen - ein Fünftel des Betrags sogar noch ersten Quartal.

Den Start machen Immobilienverkäufe

HNA Group-Logo auf einem Monitor durch eine Lupe gesehen

HNA Group. | Bildquelle: picture alliance / Wang Zhaofeng/Imaginechina/dpa

Laut Bloomberg soll HNA bereits mit dem Verkauf von Immobilien begonnen: In der vergangenen Woche sei in Sydney eine Gewerbeimmobilie für 165 Millionen Dollar verkauft worden. Auch in Hongkong, London und New York seien Immobilienverkäufe geplant.

Erst am Vortag hatte der chinesische Mischkonzern seine Gläubiger laut Insidern vor dem finanziellen Engpass gewarnt. Er könnte im ersten Quartal auftreten, weil Rückzahlungen fällig würden. Nach milliardenschweren Zukäufen ist das Unternehmen hoch verschuldet. Außerdem haben Behörden HNA ins Visier genommen: Die Eigentümerstruktur gelten als höchst undurchsichtig.

Kann das noch lange gut gehen?

HNA hat sich bislang nicht dazu geäußert. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen stets betont, dass es sich in einer guten finanziellen Lage befinde und die Schulden überschaubar seien. Eine Verknappung der Mittel sei nur vorübergehender Natur, so Vorstandschef Zhao Quan im Dezember. Der Mischkonzern werde zudem im laufenen Geschäftsjahr keine Kredite aussetzen. Wenige Tage später hatte es dann aber schon Zweifel an der Zahlungsfähigkeit gegeben.

Nach der Nachricht vom Liquiditätsengpass ihres Großaktionärs verbuchte die Aktie der Deutschen Bank zunächst zwei Prozent Kursminus. Bis Mittwochnachmittag arbeitete sich das seit einigen Tagen unter Druck stehende Papier aber wieder ins Plus.

jz