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Jetzt unter neun Prozent HNA baut Anteil an Deutscher Bank ab

Stand: 16.02.2018, 09:11 Uhr

Wie schlimm steht es um den Deutsche-Bank-Großaktionär HNA? Der chinesische Konzern ist hoch verschuldet und braucht Geld, um Kredite zurückzuzahlen. HNA reduziert deshalb seine Beteiligung an der Deutschen Bank immer weiter.

Der undurchsichtige Konzern bestätigte am Morgen einen weiteren Abbau des Aktienpakets. Der Anteil sei auf rund 8,8 Prozent gesenkt worden, erklärte ein Sprecher des Sprecher des Wiener Finanzinvestors C Quadrat, über den der chinesische Mischkonzern die Beteiligung hält.

Von 9,9 auf 8,8 Prozent

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bereits Anfang Februar hatten die Chinesen ihren Anteil von 9,9 Prozent auf 9,2 Prozent gesenkt. HNA hatte seinen Einstieg bei der Deutschen Bank in erster Linie über die Schweizer Großbank UBS finanziert und gleichzeitig mit speziellen Finanzdeals gegen allzu hohe Verluste abgesichert. Im Rahmen dieser Absicherungsgeschäfte und zur Begleichung eines Teilkredits hat sich der Mischkonzern nun von Anteilen getrennt, wie aus einer Pflichtmitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Die gesamte Finanzierung ist demnach mittlerweile 2,6 Milliarden Euro schwer.

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Börse 16.00 Uhr: Deutsche Bank - Unklarheiten beim chinesischen Großaktionär HNA

An einen kompletten Rückzug bei der Deutschen Bank denken die Chinesen freilich nicht. "HNA bleibt ein langfristiger Großinvestor der Deutschen Bank", versicherte der C-Quadrat-Sprecher und wiederholte damit frühere Aussagen. Nach dem dritten Jahresverlust in Folge war die Aktie des Frankfurter Geldinstituts jüngst auf den tiefsten Stand seit November 2016 gefallen. Alleine seit Jahresbeginn hat sie ein Fünftel an Wert verloren.

HNA muss Schuldenberg abbauen

HNA hatte in den vergangenen Jahren massiv Firmen und Immobilien zugekauft. Der dabei angehäufte Schuldenberg entpuppt sich nun als immer größeres Problem. So hat die Ratingagentur S&P kürzlich HNA um zwei Noten von "B" auf "CCC+", also Ramsch abgestuft und äußerte Zweifel, ob HNA allen seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Die Konzernführung versucht, mit Verkäufen Geld in die Kasse zu bekommen.

Wie bedrohlich offenbar die Lage bei HNA ist, zeigt die Entwicklung der Unternehmensanleihe des chinesischen Mischkonzerns. Die Rendite ist von weniger als sechs Prozent im November auf nunmehr mehr als 14 Prozent geklettert. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vergleichen manche Anleger HNA sogar schon mit der amerikanischen Bank Lehman, die im Herbst 2008 insolvent ging und damit die größte Finanzkrise seit achtzig Jahren auslöste.

nb