Comiczeichnung eines Zombie mit Aktentasche

Metzler schlägt Alarm Hilfe, die Zombies vermehren sich!

Stand: 03.11.2019, 14:18 Uhr

Das Bankhaus Metzler ist besorgt. Der Anteil der "Zombie"-Firmen an der Börse habe in den letzten Jahren spürbar zugenommen, warnt sie. Die Nullzinsen halten die "Zombies" künstlich am Leben.

Wenn Unternehmen, die mindestens zehn Jahre auf dem Markt sind, seit drei Jahren die Zinsen nicht decken können, gelten sie als so genannte "Zombie-Firmen". Im Grunde sind sie Beinahe-Pleite-Kandidaten. Und sie werden immer mehr.

Fast jede achte börsennotierte Firma ist ein Zombie

Wie das Bankhaus Metzler nun feststellte, hat sich der Anteil der Zombie-Firmen an der Börse auf inzwischen zwölf Prozent erhöht. In den 90er Jahren lag ihr Anteil noch bei zwei Prozent.

Selbst in Deutschland gibt es zahlreiche Zombies. Die Creditreform schätzt, dass hierzulande knapp 180.000 Unternehmen Zombies sind.

Nullzinsen fördern Zombie-Unternehmen

In den südeuropäischen Ländern dürfte der Anteil noch deutlich höher sein. Nahezu jedes vierte griechische Unternehmen gilt als Zombie. Experten sind sich einig: Die Nullzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Zombie-Kultur besonders in den europäischen Krisenländern sprießen lassen.

Die Metzler-Experten sehen die wachsende Zahl von Zombie-Unternehmen als Alarmsignal für die Übertreibungen am Aktienmarkt. Besonders Growth-Titel seien inzwischen schon sehr hoch bewertet.

Die meisten US-Börsenneulinge machen Verluste

Auf dem IPO-Markt zieht Metzler gar einen Vergleich zur Internet-Blase zur Jahrtausendwende. 72 Prozent der jüngsten Börsenneulinge in den USA seien nicht profitabel, haben die Bankexperten ausgerechnet. "Das erinnert an die Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende", sagte Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler.

nb