Filmplakat zu

Wiedervereinigung mit Constantin Highlight vor Übernahmeangebot

Stand: 28.11.2017, 11:43 Uhr

In der deutschen Medienszene könnte es zu einer filmreifen Fusion kommen: Highlight Communications soll mit Constantin Medien verschmelzen. Die Wiedervereinigung plant Highlight-Chef Bernhard Burgener schon lange - dabei ist die Trennung noch frisch.

Erst im Sommer waren die beiden Unternehmen auseinander gegangen: Constantin Medien hatte seine Mehrheit an dem Schweizer Unternehmen Highlight Communications aufgeben müssen – die Schweizer hatten ihr Kapital erhöht. Damit verlor der deutsche Medienkonzern die größte deutsche Filmproduktionsfirma Constantin Film ("Fack ju Göhte").

Nun dreht Highlight Communications den Spieß um: Die Schweizer wollen das deutsche Unternehmen nun ihrerseits übernehmen. Das gab Highlight am Montagabend bekannt. Rund 151 Millionen könnte die Übernahme kosten – daher suchte sich das Schweizer Unternehmen schon im Oktober Unterstützung: Die Studhalter Investment AG will sich nun an der Übernahme beteiligen.

Momentan halten die Schweizer schon fast 30 Prozent der rund 94 Millionen Aktien des deutschen Medienkonzerns. Die restlichen wollen sie zu 2,30 Euro je Aktie übernehmen. Erst im Dezember wird das Angebot offiziell – zunächst muss die BaFin es bestätigen.

Das Übernahmeangebot verschafft der Aktie von Constantin Medien ein deutliches Plus: Sie steigt am Dienstag um über acht Prozent auf Kurse um 2,25 Euro.

Der Spieß dreht sich um

Bernhard Burgener, Chef der Constantin Medien AG

Bernhard Burgener. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Der Offerte war ein zweijähriger Machtkampf vorausgegangen: Highlight Communications-Chef Bernhard Burgener und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Constantin Medien, Dieter Hahn, hatten stets um die strategische Ausrichtung gestritten.

Seit August ist Olaf Schröder, Geschäftsführer von Sport1, Chef von Constantin Medien. Burgener hatte ihn auf der Hauptversammlung im August als Vorsitzenden eingesetzt. Zuvor war es zum Eklat gekommen: Kogel und der Aufsichtsrat um Hahn hatten ihre Ämter auf der gleichen Versammlung niedergelegt - sie wollten damit die Blockaden durch Burgener beenden. Hahn verkaufte daraufhin seine Anteile. Damit war die Bahn frei für Burgener: Er hatte angekündigt, das Unternehmen schlucken zu wollen.

Constantin Medien ist auf die Bereiche Sport, Film und Event-Marketing ausgerichtet – ihm gehören neben Sport1 auch die Produktionsgesellschaft Plazamedia. Zur börsennotierten Highlight Communications mit Sitz im schweizerischen Pratteln gehört neben der Filmproduktion Constantin Film auch noch "Team", der Vermarkter der UEFA Champions League.

jz