Filmplakat zu

Rätselraten um Übernahmeofferte Will Highlight Constantin komplett schlucken?

Stand: 06.10.2017, 18:12 Uhr

Das geplante Übernahmeangebot des Sport- und Filmkonzerns Constantin durtch die schweizerische Highlight Communications ist fraglich. Die Schweizer erklärten am Freitag, dass noch nichts entschieden sei.

In wenigen Wochen kommt die dritte Staffel von "Fack Ju Göhte" in die Kinos. Das könnte Constantin Medien einen neuen Schub geben. Kräftig daran mitverdienen dürfte Constantin-Großaktionär Bernhard Burgener, der die Schweizer Highlight Communications besitzt.

2,30 Euro je Aktie

Denn Burgener greift nun angeblich ganz nach Constantin. Wie aus einem Eintrag im schweizerischen Handelsregister hervorgeht, plant die Highlight Communications von Burgener eine Übernahmeofferte über 2,30 Euro je Aktie. Das wäre ein Aufschlag von über sieben Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs am Donnerstagabend. An der Frankfurter Börse kosteten Constantin-Papiere zuletzt 2,14 Euro. Highlight Communications lässt sich das Übernahmeangebot also bis zu 151 Millionen Euro kosten.

Doch am Freitagnachmittag ruderte Highlight zurück. Hinter dem Übernahmeangebot stehen noch Fragezeichen. Unter anderem sei die Finanzierung der millionenschweren Offerte nicht sichergestellt, erklärten die Schweizer in einer Pflichtmitteilung am Freitag. "Die Gesellschaft hat sich zu nichts verpflichtet. Eine Entscheidung zu einem Übernahmeangebot sei noch nicht gefallen, hieß es. Der in Aussicht gestellte Offerte von 2,30 Euro je Aktie sei ein "denkbarer Preis", erklärte Highlight.

Kompliziertes Geflecht soll entworren werden

Mit dem möglichen Deal will Burgener das komplizierte Beteiligungsgeflecht zwischen Highlight Communications, der an der Schweizer Börse gelisteten Highlight Event & Entertainment AG (HLEE) und Constantin entwirren. An der HLEE hält er die Mehrheit. Die mit 29,2 Prozent an Constantin beteiligte HLEE will ihre Anteile offenbar behalten. Constantin hält zugleich 32,7 Prozent an Highlight Communications, die HLEE 25 Prozent.

Der Streit zwischen Burgener und dem zweiten Constantin-Großaktionär Dieter Hahn hatte das Unternehmen lange gelähmt. Inzwischen hat Burgener die Oberhand, Hahn hat seinen Widerstand gegen eine 82 Millionen Euro schwere, überwiegend von Burgener finanzierte Kapitalerhöhung bei Highlight Communications aufgegeben. Das Geld dient laut Handelsregister zur Übernahme von Constantin.

Constantin schrumpft

Durch die Kapitalerhöhung hatte das Münchner Unternehmen die Mehrheit an Highlight Communications endgültig verloren. Damit schrumpft Constantin Medien drastisch - von 565 Millionen Euro 2016 auf gut 100 Millionen Euro Umsatz im kommenden Jahr. Bei Constantin bleiben der Fernseh-Spartensender Sport1 und die Produktionsgesellschaft Plazamedia. Der Filmproduzent Constantin Film und der Sportvermarkter Team, die Highlight gehören, dürfen nicht mehr konsolidiert werden.

nb