HHLA Container Terminal Altenwerde

Stabiler Umsatz erwartet HHLA voll auf Kurs

Stand: 13.11.2018, 12:07 Uhr

Der Hamburger Hafenkonzern HHLA liegt in den ersten neun Monaten des Jahres gut im Plan und wird seine Ziele für das Gesamtjahr voraussichtlich erreichen. Der Verlust eines Liniendienstes des größten Einzelkunden spielt für 2018 noch keine Rolle.

Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres stieg der Umsatz des Konzerns um 2,3 Prozent auf 964 Millionen Euro, teilte das Unternehmen heute in der Hansestadt mit. Der Containerumschlag erhöhte sich leicht um ein Prozent auf 5,5 Millionen Standardcontainer (TEU). Das operative Ergebnis (Ebit) konnte da nicht ganz mithalten, es legte nur um 0,6 Prozent auf 156 Millionen Euro zu. Daher ging die Marge um einen Punkt auf 25 Prozent zurück.

Die Hamburger erwarten für 2018 einen gegenüber dem Vorjahr stabilen Umsatz und ein deutlich steigendes operatives Ergebnis. "Die Ziele werden wir sicher erreichen, ungeachtet eines sich verändernden Marktumfelds", sagte Vorstandschefin Angela Titzrath. "Durch Investitionen stärken wir unser Kerngeschäft weiter, um die Anforderungen unserer Kunden auch künftig erfüllen zu können."

Anleger und Analysten zuversichtlich

Auch der Commerzbank-Analyst Adrian Pehl bleibt in einer am Dienstag vorliegenden Studie trotz etwas enttäuschender Entwicklung am Hamburger Hafen zuversichtlich, dass der Logistikkonzern im Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von mehr als 180 Millionen Euro erreichen kann. Die Commerzbank belässt die Einstufung für HHLA nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 24 Euro.

Die Anleger scheinen die Meinung zu teilen: Die Papiere von HHLA legen heute Vormittag um gut sieben Prozent zu.

HHLA verliert Liniendienst

Derweil musste der Hamburger Hafenkonzern vor wenigen Tagen einen Rückschlag verkraften. Das Unternehmen verlor ein hohes Umsatzvolumen an die Konkurrenz. Der größte Einzelkunde des Hafens, die französische Reederei CMA CGM zieht nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" einen Liniendienst ab. Das kostet die HHLA ein Umschlagsvolumen von rund 200.000 Standardcontainern pro Jahr. Das Geschäft wird von Januar 2019 an am gegenüberliegenden Kai bei Eurogate abgewickelt - ein Zeichen für steigende Konkurrenz zwischen den Terminals in Europa.

Seit vielen Jahren ließ die drittgrößte Reederei der Welt ihre Schiffe bei der HHLA abfertigen. Für das laufende Geschäftsjahr bedeutet der Wechsel keine negativen Folgen. Mögliche Konsequenzen werden laut HHLA allerdings bei den Planungen für 2019 berücksichtigt. "Die HHLA geht davon aus, dass Mengenverluste weitestgehend kompensiert werden können", sagte eine Sprecherin des Konzerns.

Elbvertiefung genehmigt

Gute Nachrichten für den Konzern gab es dagegen im Oktober. Nach 17 Jahren erhielten die Planer das Baurecht für die Elbvertiefung. Die Baggerarbeiten an der Fahrrinne im zweiten Quartal 2019 beginnen und bis Mitte 2021 andauern. Umweltverbände, Städte, Fischer und Anwohner hatten gegen die Pläne geklagt. 13 Klagen musste das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandeln.

Der Vorstand der HHLA hatte stets betont, dass die Elbvertiefung existenziell für ihr Geschäft sei. Das Unternehmen sei davon abhängig, dass möglichst viel Ladung den Hafen erreicht. Die geplante Wassertiefe soll größeren Schiffen ermöglichen, den Hafen zu erreichen. Drei Millionen Container sollen durch die Arbeiten hinzukommen.

tb