HHLA Container Terminal Altenwerde

Angst vor Handelskrieg? HHLA-Aktie verstoßen

Stand: 28.03.2018, 12:00 Uhr

Papiere des Hamburger SDax-Unternehmens gehen am Mittwoch auf Tauchstation und verlieren fast zehn Prozent. Umsatz und Ergebnis wuchsen dabei 2017 durchaus solide. Auf dem Parkett gehen trotzdem Befürchtungen um.

Laut Händlern sorgen sich Anleger in der HHLA-Aktie vor allem wegen der aktuellen Spannungen im Welthandel. "Transport- und Logistikwerte werden es in den kommenden Monaten sehr schwer haben", so Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Durch den Handelskonflikt zwischen China und den USA könnte es direkte Auswirkungen auf den Warenverkehr geben. Schlechte Aussichten von dieser Warte also für einen Konzern, der vor allem vom florierenden Welthandel profitiert.

Makel beim Nettogewinn?

Warum die Aktie von HHLA ausgerechnet am Tag der Veröffentlichung der Zahlen und Aussichten auf den tiefsten Stand seit Mai 2017 fällt, bleibt allerdings fraglich. Auch am Nettogewinn könnten einige Investoren Anstoß genommen haben. Der sei im Schlussquartal 2017 wegen negativer Sondereffekte niedriger als erwartet ausgefallen, so Analyst Nikolas Mauder von Kepler Cheuvreux. Der Ausblick entspreche allerdings den Markterwartungen.

Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen mit 105,9 Millionen Euro unter dem Strich geringfügig mehr verdient als 2016. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um 5,6 Prozent auf 173 Millionen Euro. Insgesamt liefen die Geschäft für den Konzern durchaus positiv. Der Containerumschlag stieg um 8,1 Prozent auf 7,2 Millionen Standardcontainer (TEU). Beim Umsatz wuchs HHLA um 6,3 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Und auch die Aktionäre hat man nicht vergessen: Die Dividende soll von 59 auf 67 Cent je Aktie steigen.

Eine Milliarde Investitionen

Den Ausbau des eigenen Geschäfts geht das Unternehmen mit massiven Investitionen an. In den nächsten vier Jahren soll insgesamt rund eine Milliarde Euro in die Hand genommen werden. 450 Millionen Euro davon sollen in den Containerumschlag gesteckt werden, 350 Millionen Euro in den Ausbau der Hinterland-Anbindungen. Weitere 200 Millionen Euro seien für das Immobiliengeschäft vorgesehen. Erst vor zwei Tagen hatte man die Übernahme des estnischen Terminalbetreibers Transiidikeskuse AS bekanntgegeben. Mögliche weitere Unternehmenskäufe seien jedoch in der geplanten Investitions-Milliarde noch nicht enthalten.

Aktie trudelt schon länger

Die Aktie von HHLA hat nach einem kurzzeitigen Höhenflug im vergangenen Jahr deutliche Bremsspuren auf dem Kurschart hinterlassen. Die immer noch stockende Elbvertiefung, aber auch die allgemein schlechtere Börsenstimmung lasten auf dem Papier. Und dazu kommt nun die wabernde Angst vor einem Abwürgen des Welthandels durch einen Handelskrieg zwischen China und den USA.

AB