Persil Packungen der Firma Henkel in einem südkoreanischen Supermarkt

Aktie verliert deutlich Henkel in der Stagnation

Stand: 13.08.2019, 08:28 Uhr

Den Konsumgüterkonzern holt die schwächere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und der Welt inzwischen massiv ein. Im abgelaufenen Quartal sackten die Ergebnisse ab. Und die Prognose für das Gesamtjahr wird zusammengestrichen.

Die Aktie des Dax-Konzerns rutschte am Morgen bereits im vorbörslichen Handel um rund fünf Prozent ab. Anleger dürften zwar nicht allzu überrascht über die Aussagen zum zweiten Geschäftsquartal gewesen sein, doch dennoch sinkt die Stimmung für die Aktie.

Nicht nur die Klebersparte schwächelt

Henkel kann sich nicht von der allgemeinen Auftragsflaute vor allem im Industriesektor entkoppeln. Die Klebersparte etwa zählt die Autoindustrie zu ihren wichtigsten Kunden, und die geizt derzeit eher mit Orders. Stagnation daher im abgelaufenen Quartal in Sachen Umsatz. Der blieb mit 5,1 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Auch das Kosmetik-Geschäft mit Haar- und Hauptpflege-Produkten entwickelte sich nicht nach Wunsch, hier gingen die Erlöse sogar zurück. "Die Entwicklung im zweiten Quartal war vor allem von einer deutlich rückläufigen Nachfrage in wichtigen Abnehmerindustrien geprägt", so Konzernchef Hans Van Bylen am Dienstag ein

Beim Ergebnis sieht es für den Hersteller von Produkten wie der Marken wie Schwarzkopf, Pritt und Persil noch schlechter aus. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag es mit 846 Millionen Euro um 8,6 Prozent unter dem des Vorjahres.

Keine Besserung in Sicht

Vielleicht noch schlimmer für Aktionäre: Besserung ist nicht in Sicht. Das Management Henkel erwartet nun im zweiten Halbjahr keine Belebung der industriellen Nachfrage – "im Gegensatz zu den bisherigen Einschätzungen". Das drückt sich auch in einer Kürzung der Umsatzprognose fast auf "null" aus: Organisch traut sich Henkel nur noch ein Wachstum von null bis zwei Prozent zu, bislang waren zwei bis vier Prozent Umsatzzuwachs angepeilt. Immerhin soll die bereinigte Ebit-Marge im zweiten Halbjahr wie bislang erwartet bei 16 bis 17 Prozent liegen.

Die Aktie des Konsumgüterriesen hat gegenüber dem Dax schon seit langem das Nachsehen. Während der Index etwa auf Sicht von zwölf Monaten knapp sechs Prozent im Minus liegt, sind es bei der Henkel-Aktie rund 20 Prozent. Das Dreijahres-Bild sieht den Dax sogar mit mehr als 30 Prozent in Front. Das Papier scheint nun auch in der konjunkturellen Delle kein Zufluchtsort für defensive Investoren zu sein.

AB