Henkel-Logo auf dem Dach Unternehmenszentrale in Düsseldorf

Unter 90 Euro Henkel-Aktie unter Druck

Stand: 13.12.2019, 09:45 Uhr

Der Konsumgüterkonzern Henkel enttäuscht mit seiner Prognose fürs kommende Jahr. Das gefällt den Anlegern nicht.

Die Prognose des Konzerns für 2020 liege unter den Markterwartungen, teilte Henkel am Donnerstagabend mit. Der Umsatz soll nur organisch, also ohne Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen, zwischen null und zwei Prozent wachsen.

Das bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) werde 2020 bei rund 15 Prozent liegen und damit unter den 16,2 Prozent, mit denen der Konzern im laufenden Jahr rechnet. Daher werde das Ergebnis je Vorzugsaktie bei unveränderten Währungsrelationen um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert sinken - im Vergleich zum erwarteten Ergebnis je Aktie von 5,45 Euro für 2019.

Ein Strauß an Herausforderungen

Henkel-Chef Hans Van Bylen

Henkel-Chef Hans Van Bylen. | Bildquelle: Unternehmen

Grund für den Rückgang sei ein von Unsicherheit geprägtes Industrieumfeld sowie gegenüber 2019 höhere Investitionen in Marketing sowie Digitalisierung und IT. Während Henkel in den Bereichen Körperpflege sowie Wasch- und Reinigungsmittel von einer positiven Entwicklung ausgeht, rechnet der Konzern im Segment Klebstoffe mit einer unsicheren Nachfrage aus der Industrie.

Reiner Tisch vor dem Chefwechsel

Carsten Knobel, Henkel

Carsten Knobel. | Bildquelle: Unternehmen

Bei den über Jahren erfolgsverwöhnten Düsseldorfern läuft es seit längerer Zeit nicht mehr rund. Henkel-Chef Hans Van Bylen hatte im Oktober seinen vorzeitigen Abschied angekündigt, Nachfolger soll zum Jahreswechsel Finanzvorstand Carsten Knobel werden. Henkel kämpft mit Problemen im Kosmetikgeschäft und dem Abschwung bei wichtigen Kunden seiner Klebstoffsparte wie der Automobilindustrie.

Deshalb hatten die Düsseldorfer im Sommer ihre Prognose zusammengestrichen. Im Gesamtjahr soll der organische Umsatz danach stagnieren oder um zwei Prozent wachsen, hatte Henkel damals angekündigt. Nun ist klar: Es wird nur eine "ungefähr stabile organische Umsatzentwicklung" geben.

Die im Dax notierte Vorzugsaktie verlor im Xetra Handel um bis zu knapp fünf Prozent auf 89,86 Euro.

ME/dpa/rtr